Europäischer Vergleich von Gewalt gegen Frauen in der Politik

96,8 Prozent der befragten Parlamentarierinnen aus fünf europäischen Ländern haben Online-Gewalt erlebt - gemeldet haben sie nur 32 Prozent. Das zeigt eine neue Publikation der EAF Berlin im Rahmen des Projektkonsortium „Recognize, Resist, Rise Up (3R) – Tackling Gender-based Violence against Women in Politics“.
Veröffentlicht am:
18.09.2026

96,8 Prozent der befragten Parlamentarierinnen aus fünf europäischen Ländern haben Online-Gewalt erlebt - gemeldet haben sie nur 32 Prozent. Das zeigt eine neue Publikation der EAF Berlin im Rahmen des Projektkonsortium „Recognize, Resist, Rise Up (3R) – Tackling Gender-based Violence against Women in Politics“.

Die Studie "Erst gewählt, dann bedroht?" ist eine vergleichende Untersuchung zu geschlechtsspezifischer politischer Gewalt gegen Abgeordnete in Tschechien, Deutschland, Ungarn, Irland und der Slowakei. Sie zeigt: Psychische Gewalt – Beschimpfungen, Drohungen, Einschüchterung – gehört für 87,4 Prozent der Befragten praktisch zum politischen Alltag. Ungarn verzeichnet dabei durchgängig die höchsten Werte. Gemeinsam ist allen fünf Ländern eins: Es gibt bislang keinen verbindlichen institutionellen Mechanismus gegen diese Form von Gewalt. Irland hat als ersten Schritt eine gesetzliche Geschlechterquote und eine parlamentarische Task Force für sichere politische Teilhabe eingerichtet. Die Konsequenz ist überall dieselbe: Viele Politikerinnen reduzieren ihre Social-Media-Präsenz, überdenken öffentliche Auftritte oder ziehen sich ganz zurück. Dieses persönliche Schutzverhalten – das aus individueller Sicht uneingeschränkt nachvollziehbar ist - ist in seiner Konsequenz ein Armutszeugnis für die Demokratie: Dadurch entscheidet sich, welche Stimmen in der Politik gehört werden und welche nicht.

Hier geht es zur vergleichenden Publikation.

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