Frauen in der Kommunalpolitik: Neuer Beitrag zeigt Handlungsmöglichkeiten auf

Kaum vertiefende Daten für kommunalpolitisches Engagement von Frauen in Sachsen
Frauen sind in der Kommunalpolitik teils drastisch unterrepräsentiert. Bisher gab es kaum vertiefende Daten zu den Ursachen und deren Wechselwirkung, insbesondere in ostdeutschen Bundesländern. Im Auftrag des damaligen Sächsischen Staatsministeriums der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung (SMJusDEG) hat die EAF Berlin deshalb zwischen Oktober 2023 und März 2024 89 kommunal-, partei- und zivilgesellschaftlich aktive Frauen aus ganz Sachsen befragt – in Einzelinterviews und Fokusgruppen, über alle Landkreise und kreisfreien Städte hinweg.
Zwischen Zeitmangel, Sexismus und rauem Klima
Die zentralen Befunde dieser Studie sind nun Teil der Schriftenreihe „Wissen schafft Demokratie, Band 19: Demokratie und Geschlecht“, herausgegeben vom Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena.
Im Beitrag „Perspektiven zur Stärkung der kommunalpolitischen Partizipation von Frauen in Ostdeutschland am Beispiel Sachsens“ ordnen Kathrin Mahler Walther und Anna Sive die Ergebnisse der Studie "Engagement von Frauen in der Kommunalpolitik in Sachsen" ein: so zählt Sachsen zu den Bundesländern mit besonders niedriger Frauenrepräsentation in der Politik – im Landtag liegt der Frauenanteil aktuell bei 27,5 Prozent, in Stadt- und Gemeinderäten bei 22 Prozent, unter Bürgermeister*innen sogar nur bei 12 Prozent.
Die Studie zeigt auch: Der geringe Frauenanteil hat viele ineinandergreifende Ursachen – von traditionellen Rollenbildern, Hindernissen bei Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Engagement über strukturellen Sexismus bis hin zu einem zunehmend rauen politischen Klima, in dem Frauen gezielt Anfeindungen und Bedrohungen erleben. Besonders betroffen sind dabei Frauen aus marginalisierten Gruppen, die in der Kommunalpolitik bislang kaum vertreten sind.
Aus den Befunden leiten die Autorinnen konkrete Handlungsempfehlungen ab: für mehr politische Bildung, gestärkte Gleichstellungsstrukturen, bessere institutionelle Rahmenbedingungen und verlässlichen Schutz vor Bedrohungen.
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