Druckfrisch und Open Access: Geschlechtergerechte Zeitpolitik

Zeitpolitische Fragen sind immer auch Fragen der Geschlechtergerechtigkeit. EAF-Senior-Expert Hanna Völkle hat als Expertin für feministische Zeitpolitik am Sammelband „Geschlechtergerecht gestalten“ mitgewirkt.

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Vor beigen Hintergrund befindet sich Hanna Völkle zusammen mit dem Cover der Studie mit dem Titel: "Geschlechtergerecht gestalten"

Ist Teilzeit Lifestyle? Während Deutschland über Teilzeit diskutiert, ist klar: Auch heute noch gibt es auf dem Arbeitsmarkt deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede unter anderem in der Verteilung und Bewertung von Zeit. 

Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt

Trotz zahlreicher Bemühungen und Erfolge in der Gleichstellungspolitik seit Ende der 1990er Jahre bestehen in der Praxis nach wie vor erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt. Frauen haben nach wie vor geringere Erfolgsaussichten beim Zugang und beim Verbleib in Beschäftigung – ihre Bezahlung und ihre Aufstiegsmöglichkeiten sind schlechter als die von männlichen Kollegen.

Überblick über die aktuelle geschlechtsbezogene Arbeits(marktpolitik-)forschung

Mit diesen Ungleichheiten beschäftigt sich der Sammelband „Geschlechtergerecht gestalten. Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik“, herausgegeben von Silke Bothfeld, Christian Hohendanner, Petra Schütt und Aysel Yollu-Tok. Die Beiträge dieses Bandes bieten einen umfassenden Überblick über die aktuelle geschlechtsbezogene Arbeits(marktpolitik-)forschung. Mit einem multiperspektivischen Blick auf den vergeschlechtlichten Arbeitsmarkt gelingt es dem Band, historische Aspekte, Gegenwartsanalysen sowie gesellschaftliche Transformationsprozesse und Lösungsansätze zu verbinden.

In ihrem Beitrag beleuchten EAF-Senior-Expert Hanna Völkle und Karin Jurczyk die Bedeutung von Zeit für Geschlechtergerechtigkeit und analysieren das sogenannte Optionszeitenmodell aus feministischer Sicht.

„Zeitfragen schließen stets Geschlechterfragen ein. Wenn also (neue) Arbeitszeitpolitiken diskutiert werden, ist es notwendig, geschlechterpolitische Perspektiven miteinzubeziehen, um nicht Gefahr zu laufen, bestehende Ungleichverhältnisse zu reproduzieren.“ (Völkle/Jurczyk 2026: 392). Als potenzielle zeitpolitische Neuausrichtung wird das Konzept des Optionszeitenmodells im Beitrag daraufhin analysiert, inwiefern es zur Förderung von Geschlechtergerechtigkeit und sozialer Gleichheit auf dem Arbeitsmarkt beitragen kann und welche Barrieren sowie Grenzen sich bei seiner praktisch-politischen Umsetzung zeigen.

Download

Hier geht es zum Sammelband.

Literatur

Völkle, H., Jurczyk, K., (2026): Das Optionszeitenmodell aus feministischer Perspektive: Gleiche Zeit für alle? In: Yollu-Tok, A., Bothfeld, S., Hohendanner, C., Schütt, P. (Hrsg.) (2026): Geschlechtergerecht gestalten: Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Weinheim: Campus.

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