
3R - Recognize, Resist, Rise Up
Tackling Gender-Based Violence against Women in Politics.
Geschlechtsbasierte Gewalt in der Politik

Hass und Hetze in der Politik betreffen Menschen aller Geschlechter und aller Parteien. Frauen erfahren jedoch häufig eine besondere Qualität bei solchen Anfeindungen: Politikerinnen werden oft schon alleine aufgrund ihres Geschlechts zur Zielscheibe und sind vielfach sexistischen und sexualisierten Formen von Gewalt ausgesetzt [2]. Fast jede vierte politisch engagierte Frau wurde laut der Menschenrechtsorganisation HateAid online mit sexueller Gewalt bedroht. Bei politisch aktiven Männern liegt der Wert bei nur 3 %.
Die Folgen sind schwerwiegend: Gewalt aufgrund der politischen Aktivität zu erfahren (politische Gewalt)oder angedroht zu bekommen, mindert die eigene Handlungsfähigkeit: Sie bindet Kapazitäten, schürt Angst und belastet. Wer sich schützen und verteidigen muss, hat weniger Ressourcen, um sich einer Sache inhaltlich zu widmen, mitunter leider die Konzentrationsfähigkeit auf Grund der psychischen Belastung [3]. Geschlechtsbasierte Gewalt gegen Politikerinnen soll Frauen zum Schweigen zu bringen und sie aus der Öffentlichkeit in die Privatsphäre zurückdrängen. Nicht selten überlegen Betroffene, sich aus dem politischen Diskurs zurückzuziehen, passen ihre Meinung an oder denken sogar darüber nach, ihr Mandat deswegen niederzulegen – einige haben dies bereits getan [4]. Geschlechtsbasierte Gewalt in der Politik zementiert ein ohnehin existierendes Machtungleichgewicht und hindert die Gleichstellung der Geschlechter erheblich. Indem Frauen, ihre Erfahrungen, Meinungen und Interessen in ihrer ganzen Vielfalt unsichtbar gemacht werden sollen, werden ihre Perspektiven von Entscheidungsprozessen ausgeschlossen. Eine Gefahr für die Demokratie.
Unsere Vorhaben 2025 - 2027
Im ersten Projektjahr (2025) sammeln wir Zahlen, Daten und Fakten zu den verschiedenen Formen von Gewalt gegen Frauen in der Politik sowie zu Anlaufstellen und guten Praktiken zum Schutz und Kampf gegen Hass & Hetze. Im März 2025 haben sich Mitglieder der Partnerorganisationen in Prag zum Kick-Off getroffen, um Meilensteine und zentrale Indikatoren zur Wirkungsmessung festzulegen.
Im zweiten Jahr (2026) bieten wir Workshops und Fachforen zum Empowerment betroffener Frauen und zu guten Praktiken an. Darüber hinaus werden wir Leitlinien und eine Selbstverpflichtungserklärung erarbeiten, um ein breites Bündnis gegen geschlechtsbasierte Gewalt in der Politik aufzubauen. Wesentlich ist der Austausch mit Stakeholdern und Interessierten, um bedürfnisorientierte und umsetzbare Leitlinien zu entwickeln. Das Projekt wird von einer Online-Kampagne begleitet. Ein Projektabschlusstreffen findet voraussichtlich Ende 2026 in Berlin statt.
Förderung
Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Kommission (EC) wider. Weder die Europäische Union noch die EC können dafür verantwortlich gemacht werden.
Publikationen
- Country Report for Germany on Gender-based Violence against Women in Politics (Länderbericht für Deutschland zu geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen in der Politik)
- Recognize, Resist, Rise Up – Tackling Gender-Based Violence against Women in Politics: Comparative Report (Vergleichender Bericht der Situation der fünf Partnerländer)
Quellen
- Deutscher Bundestag, 2024 (Drucksache: 20/13124) https://dserver.bundestag.de/btd/20/131/2013124.pdf
- Europäisches Parlament, 2024: https://www.europarl.europa.eu/thinktank/en/document/EPRS_BRI(2024)759600
- Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz, 2024: https://hateaid.org/wp-content/uploads/2024/04/Studie_Lauter-Hass-leiser-Rueckzug.pdf
- HateAid, 2025: https://hateaid.org/wp-content/uploads/2025/01/hateaid-tum-studie-angegriffen-und-alleingelassen-2025.pdf
Zum Weiterlesen:
Briefing des Europäischen Parlaments (2024) “Violence Against Women Active in Politics in the EU” (auf Englisch verfügbar): https://www.europarl.europa.eu/thinktank/en/document/EPRS_BRI(2024)759600
Bildergalerie
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Kontakt
Wenden Sie sich gerne an die zuständige Ansprechperson:

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Sie sind von politischer Gewalt betroffen?
Bitte wenden Sie sich an:
- Starke Stelle: https://www.stark-im-amt.de/starke-stelle/
- HateAid (Beratung & rechtliche Unterstützung bei Online-Gewalt): https://hateaid.org/betroffenenberatung/
- Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 116016 bzw. im Internet unter https://www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon.html
- Bitte beachten Sie, dass wir keine Einzelfälle betreuen oder Beratungsarbeit zu dem Thema leisten können!



