„Mehr Raum für Vielfalt“ – Neue Publikation zeigt Wege zu mehr Teilhabe in der Kommunalpolitik

Der Leitfaden der EAF Berlin zeigt, wie politische Beteiligung gerechter und inklusiver werden kann. Mit praktischen Tipps, Tools und Beispielen geben die Autorinnen Sarah Robinson und Leonie Schütte-Silverio Anregungen, wie Verwaltungen und Engagierte vielfältige Zielgruppen besser erreichen, Beteiligung barriereärmer gestalten und Kommunalpolitik für alle Menschen zugänglicher wird.

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Cover der Broschüre: „Mehr Raum für Vielfalt"

In vielen kommunalen Parlamenten fehlt die gesellschaftliche Vielfalt – Frauen, Menschen mit Migrationsgeschichte oder ohne akademischen Abschluss sind deutlich unterrepräsentiert. Das gefährdet langfristig das Vertrauen in Demokratie und Teilhabe.

Aber: Politik braucht vielfältige Perspektiven, um die Interessen aller Menschen ernst zu nehmen. Wenn sich Menschen in den Parlamenten, die für sie entscheiden, nicht wiederfinden, fühlen sie sich nicht gehört – und verlieren womöglich das Vertrauen in Politik und Demokratie.

Ein Angebot für „alle“ reicht nicht

Warum sich manche Menschen in der Politik engagieren und andere weniger, hat viel mit den Bedingungen zu tun, unter denen politische Beteiligung möglich ist. Noch immer sind diese oft so gestaltet, dass sich viele Menschen nicht willkommen fühlen oder strukturell ausgeschlossen werden. Bisher unterrepräsentierte Gruppen finden schwer Zugang zur Politik – oder ziehen ein Engagement gar nicht erst in Betracht. Wer etwa wenig Zeit, Geld, Bildung, sichere Räume oder gesellschaftliche Anerkennung hat, stößt schnell an Grenzen. Das führt dazu, dass Politik meist von ähnlichen Gruppen gemacht wird, während viele Perspektiven fehlen. Sarah Robinson und Leonie Schütte-Silverio von der EAF Berlin zeigen, wie Angebote so gestaltet werden können, dass sich mehr Menschen angesprochen fühlen.

Von passiver Erlaubnis zur aktiven Beteiligung

Frauen mit Migrationsbiografie in der Politik machen Erfahrungen, die Männern und Menschen der Mehrheitsgesellschaft oft fremd sind. Es braucht geschützte Räume, in denen sie sich geschützt austauschen und gegenseitig stärken können. Wenn Menschen ähnliche Diskriminierungserfahrungen teilen, entsteht ein solidarischer Rahmen, der offenen Dialog ermöglicht und gegenseitige Unterstützung fördert.

Wie kann man solche Safer Spaces, also "sichere Räume" aufbauen? Wie spricht man vielfältige Zielgruppen an? Und was haben Pierogi und Datteln mit einer Einladung zur Bürger*innensprechstunde zu tun? Die Publikation sammelt praktische Tipps und Erfahrungen aus der Demokratieförderung und sensibilisiert dafür, politische Angebote und Beteiligungsprozesse inklusiver zu gestalten. Ziel ist es, die Bedürfnisse aller ernst zu nehmen und Vielfalt in der Kommunalpolitik aktiv zu gestalten.

Nachmachen erwünscht: Tools, Reflexionsfragen und Gute Praktiken

Barrierearme Formate, klar formulierte Verhaltenskodizes, Mentoring-Programme oder eine diskriminierungssensible Sprache einführen: Die Autorinnen beschreiben zahlreiche Tools, die konkrete Veränderungen anstoßen und zur Umsetzung anregen sollen. Reflexionsfragen sensibilisieren dafür, die eigenen bestehenden Strukturen zu überdenken und verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen.

Ziel ist es, politische Teilhabe so zu gestalten, dass alle Menschen – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Behinderung, Bildung oder finanzieller Situation – mitentscheiden können.

Weitere Informationen

Die Publikation „Mehr Raum für Vielfalt – So gelingt Teilhabe in der Kommunalpolitik“ richtet sich an alle, die sich mit oder ohne Mandat kommunalpolitisch engagieren möchten oder bereits dabei sind und Mitarbeiter*innen in der Verwaltung sowie weitere kommunalpolitische Akteur*innen und Multiplikator*innen, wie etwa Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte. Sie entstand im Rahmen des Helene Weber-Kollegs, einem Projekt der EAF Berlin, mit Förderung durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).

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