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Frauen in den Streitkräften der Ukraine: Eine neue Studie gibt Auskunft über Fortschritte und Hindernisse bei ihrer Gleichstellung

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An der Kontaktlinie (Foto: Olena Scheremet)

In den Reihen des ukrainischen Militärs dienen aktuell über 50.000 Frauen – in Uniform oder in Zivil. Damit verfügen die Streitkräfte der Ukraine (SDU) über mehr weibliche Angehörige als die meisten NATO-Mitgliedsstaaten. Ihr Anteil hat sich seit 2013 verdoppelt; der Angriff Russlands auf das Land hat dieses Wachstum rasant beschleunigt.

Frauen kämpfen heute in allen Rängen und allen Formationen, auch an der Front. Das wurde durch weitreichende Gesetzesänderungen möglich, die die Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Militärdienst sicherstellen sollen. Doch zwischen rechtlichem Rahmen und dienstlichem Alltag klafft, wie so oft, eine Lücke. Diese hat die Soziologin Yuliia Siedaia untersucht. Ihre Studie „Frauen in den Streitkräften der Ukraine (SDU): Stereotype und Fortschritte“ basiert auf einer Online-Befragung, die sie im Herbst 2022 unter weiblichen Militärangehörigen durchgeführt hat. Hundert nahmen daran teil, alle standen zum Zeitpunkt der Umfrage an der Front.

Die Studie gibt Auskunft über ihre Motivation und Karriere in den Streitkräften, über Diskriminierungserfahrungen, über Sexismus und sexuelle Belästigung. Auch sexuelle Gewalt kommt, wenn auch verhalten, zur Sprache. Die Autorin beleuchtet die rechtliche Lage von Frauen in den SDU und zeichnet die Fortschritte und Hindernisse bei der Gleichstellung nach. Exemplarisch geht es um den demokratischen Veränderungsprozess einer Gesellschaft, die sich aus sowjetischer bzw. russischer Geiselhaft befreien will.

Yuliia Siedaia führte die Studie im Rahmen des Kooperationsprojekts „Gemeinsam für Demokratie“ unter Betreuung der EAF durch. Von Juli bis Dezember 2022 war sie Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin.

„Frauen in den Streitkräften der Ukraine (SDU): Stereotype und Fortschritte“

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