Die 1990er Jahre waren eine spannende Zeit: die Mauer war gefallen, Berlin sollte Hauptstadt und Regierungssitz werden. Berlin hatte zwar erste Zentren der Frauen- und Geschlechterforschung an seinen Universitäten, eine vielgestaltige Projekteszene sowie ein Netzwerk für Frauen in der Berliner Stadtpolitik. Dennoch gab es bis dato keine Institution, die sich unabhängig und parteiübergreifend für mehr Frauen in Führungspositionen in Politik und Wirtschaft eingesetzt hätte.

Der Aufbau einer neuartigen Organisation

Während sich in den USA bereits zahlreiche unabhängige Netzwerke, feministische Think Tanks und Organisationen zur Nachwuchsförderung von Frauen etabliert hatten, fehlte es in Deutschland an vergleichbaren Ansätzen. Inspiriert von ihren Erfahrungen in den USA entstand bei Barbara Schaeffer-Hegel, Professorin an der Technischen Universität Berlin und renommierte Frauenforscherin, daher der Impuls, in Berlin eine neuartige Organisation aufzubauen. Die EAF Berlin wollte von Anfang an unabhängig sein und aus eigener Kraft wirken – dies ist ihr bis heute gelungen.

Die Initialzündung gab 1994 die Kampagne für Hildegard Hamm-Brücher für das Amt der Bundespräsidentin. Maßgeblich initiiert und organisiert wurde sie von Barbara Schaeffer-Hegel und Helga Lukoschat. Zwar erreichte die Kampagne nicht ihr eigentliches Ziel, aber es gelang ihr, die Unterrepräsentanz von Frauen in politischen und gesellschaftlichen Spitzenpositionen nachhaltig auf die politische Agenda zu setzen.

1996 wurde schließlich die EAF Berlin – Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft – als eine Ausgründung aus der Technischen Universität Berlin von Barbara Schaeffer-Hegel gemeinsam mit Helga Lukoschat ins Leben gerufen. Unterstützt wurden sie dabei von zahlreichen namhaften Vertreter*innen aus der Politik und dem Wirtschaftsleben. Von Beginn an ging es den Gründerinnen nicht nur um mehr Frauen in Führungspositionen, sondern auch um die Vereinbarkeit von beruflicher Karriere mit Familie und um eine moderne, familienfreundliche Organisations- und Führungskultur, die Frauen und Männern zugutekommt.

Zwischen 1996 und 1999 erfolgte der Aufbau der EAF Berlin

  • Gründung des gemeinnützigen Vereins als rechtlicher Rahmen für die neue Organisation mit Barbara Schaeffer-Hegel als Vorstandsvorsitzende
  • Aufbau des Kuratoriums und des Fördervereins mit zahlreichen Unterstützerinnen aus der Politik und dem Wirtschaftsleben
  • offizieller Gründungskongress 1999 im Berliner Roten Rathaus
  • Akquise eines ersten internationalen Projekts zur Förderung weiblicher Führungsnachwuchskräfte „Preparing Women to Lead“

Gründungskongress der EAF Berlin am 17. April 1999 im Roten Rathaus

Fotos: EAF Berlin // Kerstin Zillmer

 

 

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Festvortrag von Prof. Dr. Jutta Limbach, damalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, zum Thema Geschlechtergerechtigkeit im 21. Jahrhundert
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Jutta Limbach und Susanne Porsche auf dem Gründungskongress
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Prominente Gäste beim Gründungskongress der EAF Berlin am 17. April 1999: Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Jutta Limbach, Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt und Bundesfrauenministerin Dr. Christine Bergmann (vl.n.r.)
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Festrede von Prof. Dr. Rita Süssmuth
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Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren beim Gründungskongress der EAF Berlin dabei - darunter prominente Gäste wie Prof. Dr. Rita Süssmuth, Christine Bergmann, Alice Schwarzer, Jutta Limbach oder Dieter Hundt
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Das Gründungsteam der EAF Berlin mit Prof. Dr. Barbara Schaeffer-Hegel und Dr. Helga Lukoschat (Zweite und Dritte v. l.)
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Austausch und Netzwerke knüpfen
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Unter den Gästen war auch die britische Mentoring-Expertin Lily Segerman-Peck (Zweite v.l.)
Publikum des Gründungskongresses.
Publikum des Gründungskongresses.
Alice Schwarzer im Gespräch mit Politikerin Lore Peschel-Gutzeit
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