Was ist Gender Mainstreaming?
Gender Mainstreaming ist ein strategischer Ansatz, um Gleichstellung systematisch in allen Politikfeldern zu verankern. Dabei wird geprüft, welche Auswirkungen Maßnahmen, Programme oder Gesetze auf unterschiedliche Geschlechter haben – und wie sie so gestaltet werden können, dass sie fair und wirksam sind.
- Gender Mainstreaming wird in der Verwaltung durch konkrete Instrumente umgesetzt, zum Beispiel durch:
- Gleichstellungs-Monitoring und Indikatoren
- Gender Impact Assessments (geschlechterbezogene Wirkungsanalysen)
- Gender Budgeting (gendergerechte Haushaltssteuerung)
- Gender-Checklisten
So wird Gleichstellung nicht als Zusatzaufgabe behandelt, sondern als Querschnittsthema in Entscheidungs- und Haushaltsprozessen von Anfang an mitgedacht.
Hamburg im Fokus: Umsetzung auf Landesebene
In Hamburg startet das Projekt mit einer fundierten Bestandsaufnahme: Gemeinsam mit Verwaltung und relevanten Akteur*innen wird analysiert, welche Gleichstellungsinstrumente bereits bestehen, wie sie genutzt werden und wo Weiterentwicklungsbedarf besteht.
Darauf aufbauend werden konkrete Unterstützungsmaßnahmen entwickelt, um Gender Mainstreaming stärker in der Verwaltungspraxis zu verankern.
Im Mittelpunkt stehen dabei zentrale Instrumente wie:
- das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm (GPR) als zentrale Strategie der Freien und Hansestadt Hamburg zur Umsetzung von Gleichstellung
- die Gleichstellungswirksame Haushaltssteuerung (GWHS), also die Frage, wie Haushaltsmittel Frauen und Männer unterschiedlich erreichen
- der Gleichstellungs-Monitor, um Fortschritte mit Daten und Indikatoren sichtbar zu machen
- das Verfahren der Drucksachenprüfung, mit dem Gesetzes- und Strategievorhaben auf Gleichstellungswirkungen bewertet werden
Ziel ist es, diese Instrumente langfristig wirksamer, praxisnäher und systematisch in Verwaltungsabläufe zu integrieren.
Rolle der Local Expert
EAF-Senior Expert Lisa Hanstein begleitet den Prozess in Hamburg als Local Expert. Sie unterstützt die Hamburger Verwaltung strategisch und operativ bei der Weiterentwicklung und Umsetzung von Gender Mainstreaming und fungiert als Schnittstelle zwischen Verwaltung, Expertise France und der Europäischen Kommission.
Weitere Informationen zum Projekt
Bericht zur Fact-Finding Mission im Januar 2026 in Hamburg
Hinweis: Das EU-Projekt „Gender Mainstreaming in Public Policy and Budgeting (2025–2027)“ wird von der Europäischen Union über das Technical Support Instrument (TSI) finanziert und von Expertise France in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission (SG REFORM) umgesetzt.