Vielfalt im ehrenamtlich organisierten Sport: Interview mit Anna Sive

Strukturen verändern sich nicht von selbst: EAF-Senior Expert Anna Sive erklärt im Interview im Magazin „Sport in BW“ des WLSB, warum Vielfalt im Ehrenamt noch immer eine Herausforderung ist – und wie Vereine wirksam gegensteuern können.

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Anna Sive ist Senior Expert mit einem Schwerpunkt auf Forschung und Organisationsentwicklung. Ihr Fokus liegt insbesondere in der datenbasierten Entwicklung von Maßnahmen und Projekten. Aktuell arbeitet sie an einer Studie zu Vielfalt im Ehrenamt im Sport in Baden-Württemberg. Die Studie erscheint im Februar 2026. Im Interview mit "SPORT in BW" mit Sebastian Klaus spricht sie über die wichtigsten Ergebnisse der Studie – und darüber, was Vereine jetzt tun können.  Zum ganzen Interview

Klassische Rollenbilder auch im Vereinssport

"Sportvereine sind ein Spiegel der Gesellschaft: Frauen, junge Menschen oder solche mit Migrationsgeschichte haben nicht die gleichen Chancen und Möglichkeiten und bestimmten Gruppen gegenüber bestehen Vorurteile. Das ist im Sportverein genauso wie in der Politik oder in Unternehmen," betont sie im Interview. Gesellschaftliche Ungleichheiten wirken demnach auch im Vereinssport – von traditionellen Rollenbildern über Sexismus bis hin zu informellen Netzwerken, die den Zugang zu Führungspositionen erschweren. Gleichzeitig zeigt sie auf, wie Diskriminierung Engagement verhindert kann und weshalb mehr Vielfalt nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit ist, sondern auch eine Antwort auf den Nachwuchsmangel im Ehrenamt.

Drei Sofortmaßnahmen für mehr Vielfalt und Teilhabe

Positiv sei, dass sich dennoch etwas tut: Der Frauenanteil steigt und viele Vereine und Verbände machten sich für paritätisch besetzte Gremien stark, was sehr gut gelinge. Diese drei Sofortmaßnahmen, die Anna Sive im Intervew nennt, lassen sich sofort umsetzen:

  1. Das Thema auf die Tagesordnung setzen und „am Ball bleiben“! Veränderung stellt sich nicht sofort ein. Es ist ein Marathon, kein Sprint. Man muss nicht ganz schnell loslaufen und alles gleichzeitig machen, aber man sollte dranbleiben.
  2. „Low Hanging Fruits“ zuerst! In vielen Vereinen gibt es schon Erfahrung, Wissen oder Kontakt zu Personen, die aktuell nicht repräsentiert sind. Dort kann zuerst angesetzt werden. Wichtig ist, niemanden als „Quoten-Mensch“ zu behandeln, sondern alle gleichberechtigt einzubeziehen.
  3. Mutig sein und Probieren! Oft bestehen Unsicherheiten und Angst, bei Inklusion und dem Abbau von Diskriminierung etwas falsch zu machen. Und manchmal passieren auch tatsächlich Fehler. Der größte Fehler wäre aber, es gar nicht erst zu versuchen.

Vorstellung der Studienergebnisse

Am 10. Februar stellt Anna Sive die Studienergebnisse in einem Online-Termin für Vereine und Interessierte vor. Anmeldung unter: https://bildung.wlsb.de/ifver/html/addons/SportBizIfVer/default.html (Vielfalt und Teilhabe - Weiterbildung)

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