Neuer Praxisleitfaden: Kompetent über geschlechtsspezifische Gewalt kommunizieren

Geschlechtsspezifische Gewalt ist damit kein Randphänomen, sondern eine weitverbreitete gesellschaftliche Realität. Vor diesem Hintergrund hat die EAF Berlin im Rahmen des Bündnisses „Gemeinsam gegen Sexismus“ den Praxisleitfaden „Kompetent über geschlechtsspezifische Gewalt kommunizieren“ veröffentlicht.

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Cover des Praxisleitfaden Kompetent über geschlechtsspezifische Gewalt kommunizieren

41 % der Frauen in Deutschland haben im Laufe ihres Lebens sexuelle Belästigung mit Körperkontakt erlebt, 4 % in den letzten fünf Jahren einen sexuellen Übergriff. (Quelle: LeSuBiA 2026) Geschlechtsspezifische Gewalt ist damit kein Randphänomen, sondern eine weitverbreitete gesellschaftliche Realität. Vor diesem Hintergrund hat die EAF Berlin im Rahmen des Bündnisses „Gemeinsam gegen Sexismus“ den Praxisleitfaden „Kompetent über geschlechtsspezifische Gewalt kommunizieren“ veröffentlicht.

Warum Kommunikation entscheidend ist

Wie Medien, Pressestellen und Kommunikationsabteilungen über Gewalt sprechen, beeinflusst maßgeblich, wie sie gesellschaftlich verstanden wird. Verharmlosende Begriffe wie „Familiendrama“, stereotype Bilder oder eine einseitige Täterfokussierung können strukturelle Ursachen unsichtbar machen. Gleichzeitig entscheidet verantwortungsvolle Kommunikation darüber, ob Betroffenenperspektiven sichtbar werden und Unterstützungsangebote bekannt sind.

„Sensible und verantwortungsbewusste Kommunikation ist ein zentraler Baustein, um geschlechtsspezifische Gewalt zu verhüten, zu bekämpfen und zu überwinden“, so Rana Göroğlu, Autorin des Leitfadens und Senior Expert bei der EAF Berlin. „Hier setzt der Leitfaden an: Er bietet Informationen und Anregungen, wie man kompetente Kommunikation zu dem Thema in der Praxis umsetzen und maßgeschneiderte Leitlinien für die eigene Institution, Redaktion oder Abteilung entwickeln kann.“

Was der Leitfaden bietet

Der Leitfaden richtet sich an Führungskräfte sowie Mitarbeitende aus Medien, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und PR-Agenturen. Er verbindet fachliche Einordnung mit konkreten Instrumenten für die Praxis und enthält:

  • Tipps und Impulse zur Entwicklung maßgeschneiderter Leitlinien für den eigenen Arbeitskontext
  • Impulse zur Entwicklung institutionsspezifischer Leitlinien
  • Empfehlungen für traumasensible Interviewführung
  • Hinweise zu Wortwahl und Bildsprache
  • Strategien zum professionellen Umgang mit Online-Reaktionen
  • Informationen zu Fach- und Anlaufstellen
  • eine kompakte Übersicht der wichtigsten Dos & Don’ts

Fachlich begleitet wurde die Erarbeitung von Karin Heisecke, Expertin für geschlechtsspezifische Gewalt und Geschlechterdarstellungen in Medien. Zudem flossen Perspektiven von Fachleuten aus der Medien-, PR- und Kommunikationsbranche ein.

Begleitend zum Leitfaden wird eine Ressourcenliste mit Links zu Grundlagen- und Hintergrundinformationen, Praxistipps sowie Fach- und Anlaufstellen veröffentlicht.

Mit den Veröffentlichungen stärkt das Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ Qualitätsstandards in der öffentlichen Kommunikation und unterstreicht die Verantwortung professioneller Akteurinnen und Akteure für eine differenzierte gesellschaftliche Debatte.

Der Leitfaden steht kostenfrei zum Download bereit:
Download des Leitfadens

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