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Erlauben wir uns bitte ein erfülltes Leben!

Zum authentischen Selbst: EAF-Trainerin Maria-Christina Spießberger teilt fünf Punkte, die den Umgang mit Lebenszielen, beruflicher Veränderung und Neuorientierung ins Auge nehmen.

Menschen sind in ihrer Vielfalt einmalig und eine ultimative Strategie zum authentischen Selbst gibt es nicht. Jedoch erkenne ich in den etlichen Coaching Methoden am Markt durchaus Parallelen und Schnittstellen wenn es um das Thema Neuorientierung, berufliche Veränderung und Umgang mit Lebenszielen geht. Eine Auswahl dieser soll eine Anregung bieten:

  1. Das Träumen erlauben

    Das Träumen ermöglicht die wertfreie Auseinandersetzung mit unseren Wünschen und Bedürfnissen. Wie wäre es, wenn es richtig gut wäre? Wer sich seine ‘ideale’ Lebenssituation im Geiste ausmalt und sich das Träumen erlaubt, wird mit Sicherheit neue Erkenntnisse erlangen. Meist dringt sehr schnell die Stimme des inneren Kritikers an die Oberfläche, eines Anteils unserer Persönlichkeit, der rational und nüchtern, nicht selten entwertend und vielleicht sogar sabotierend auf unsere „Flausen” schaut. Dieser sollte hier aber tunlichst zurück treten. Vielleicht mag eingangs nichts so Rechtes aufkommen und wir haben keine Idee, was wir überhaupt wollen. Paradoxer Weise ist das ein klares Indiz, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die Frage einer Beantwortung wert ist! Träumen braucht Zeit und Muse - es gibt immer Alternativen. Nicht umsonst wurde „alternativlos“ im Jahre 2010 zum Unwort des Jahres gewählt!

  2. Was davon ist machbar

    Der Reality Check bringt Boden unter die Füße mit der Fragestellung: Was müsste nun konkret passieren, um den Traum in die Wirklichkeit umzusetzen? Im umfassenden assessment geht es darum, sämtlich Ressourcen (und auch Hindernisse) zu ergründen: Wer kann dabei helfen? Welche inneren Stärken sollen mobilisiert werden? Was ist beeinflussbar und was nicht? Wie würden erste konkrete Schritte aussehen? Wer oder was könnte das verhindern, und wie? Wer oder was würde förderlich sein?

  3. Der innere Kritiker

    Der innere Kritiker hat eine essentielle Funktion und darf zur richtigen Zeit zu Wort kommen. Er hat das klare Interesse vor Gefahr und Fehlern zu schützen und richtig eingesetzt ist er ein toller Team Player, solange er nicht Überhand gewinnt. Falls also etwaige Hürden übersehen wurden ist es jetzt an der Zeit, noch mal genau und kritisch hin zu sehen. Welche Einwände und Beobachtungen sind produktiv und wichtig bevor konkrete Schritte formuliert werden?

  4. Traum oder Wunsch?

    Alles in Betracht gezogen ist es leichter zu sehen, ob der Traum auch in der Realität Richtigkeit hat oder doch ein Wunsch ist, für den ‘der Preis zu hoch’ wäre. Auch wenn man sich schlussendlich gegen den Traum entscheidet hat es sich gelohnt, seine Ziele auf den Prüfstand zu stellen, denn am Ende ist die Entscheidung gegen den Traum vielleicht eine Entscheidung für die aktuelle Situation. Sich für das Bewährte zu entscheiden ist ebenso kraftvoll wie sich abzuwenden. Es erhöht das Bewusstsein für sich und sein Umfeld.

  5. Erste Schritte

    Das Ziel wurde sorgfältig geträumt und geprüft, die Ressourcen wurden benannt, der innere Kritiker durfte Stellung beziehen und trotzdem fühlt sich die Vorstellung, das Ziel zu verfolgen immer noch richtig gut an. Es ist an der Zeit erste Schritte zu formulieren. Der Weg zum Ziel kann je nach Persönlichkeitstyp chronologisch erfolgen (z.B. bis X.X. sind folgende Schritte erledigt) oder aber auch nach Information und Erfahrung strukturiert werden. (zB. sprechen mit XY um nächste Teilziele zu formulieren.)

Veröffentlicht am: | Autorin : Maria-Christina Spießberger

Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung

Es zahlt sich aus hinzusehen, sich von Scheinbedürfnissen und Scheinzielen zu befreien und sich ein erfülltes Leben zu erlauben.

Maria-Christina Spießberger
Trainerin

Als Fazit sei der griechische Philosoph Heraklit zitiert: „Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung.”, wenn auch diese Aussage oft widersprüchlich mit unserem Wunsch nach Beständigkeit ist.

Ergänzend dazu lässt sich ein weiterer griechischer Philosoph, der Stoiker Epiktet zitieren, der uns ermuntert, die erforderlichen Veränderungen anzugehen. Demnach sind es „…nicht die Dinge selbst die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.“

Es liegt in der Natur des Menschseins: Wir sind Kreaturen des Konflikts, des Widerspruchs, des Dilemmas und der Angst vor dem Unbekannten.

In diesem Sinne: Erlauben wir uns bitte ein erfülltes Leben.

Autorin
Maria-Christina Spießberger

Maria-Christina Spießberger ist Senior Expert im Team der EAF und als Coach und Trainerin für Karriereplanung, Auftrittskompetenz, Kommunikation und Chancengerechtigkeit tätig.

Mehr über Maria-Christina Spießberger

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