Unconscious Bias im Arbeitsleben Artikel in der WELT mit Expertise der EAF Berlin

Im dem Beitrag „Ich habe als Dolmetscherin gearbeitet und wurde für die Putzfrau gehalten“, der Erfahrungsberichte von Arbeitnehmer*innen zusammenträgt, erklärt EAF Expert Hanna Völkle wie unbewusste Denkmuster – Unconscious Bias – ablaufen und wie sie unseren Arbeitsalltag prägen.

Wie wir unsere Mitmenschen – ob privat oder beruflich – wahrnehmen, ist häufig abhängig vom ersten Eindruck. Innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde entscheiden wir unbewusst darüber, ob und inwieweit das Gegenüber sympathisch und kompetent ist. „Wir haben nur ein, zwei Informationen über eine Person, etwa das Alter und das Geschlecht, und denken uns automatisch Eigenschaften hinzu, die wir von anderen Personen des gleichen Alters und gleichen Geschlechts kennen,“ erklärt Völkle. Anhand weniger Merkmale, unvollständiger Informationen über unser Gegenüber erzählen wir uns also eine Geschichte, die auf Erfahrungen beruht, die wir entweder selbst gemacht oder erzählt bekommen haben. Außerdem meinen wir auch recht schnell erkennen zu können, welche Gemeinsamkeiten uns mit dem Gegenüber verbinden. 

Das ist eine mögliche Erklärung für den „Thomaskreislauf“, den die Allbright Stiftung veröffentlicht hat: Es gibt mehr Menschen mit den Vornamen Thomas, Michael oder Stefan als Frauen in deutschen Vorständen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Thomas, Michael und Stefan unbewusst oder gar ungewollt eher einen Namensvetter als Nachfolger*in empfehlen als z.B. eine Frau ist hoch. „Unbewusste Denkmuster können entgegen individuellen Überzeugungen und Werten ablaufen.“ so Völkle.

Im WELT-Beitrag kommen drei Arbeitnehmer*innen zu Wort, die von ihren Erfahrungen berichten, wie es sich im Berufsalltag anfühlt, wenn man permanent in die falsche Schublade gesteckt wird oder in die vorhandenen Muster nicht reinzupassen scheint. Unbewusste Denkmuster können wir nicht verlernen. Aber wir können Wege finden, dies zu reflektieren und  Entscheidungen bewusster zu treffen – insbesondere dann wenn wir sie für oder über andere Menschen treffen.

Den Artikel können Sie hier lesen: „Ich habe als Dolmetscherin gearbeitet und wurde für die Putzfrau gehalten“

Organisationen können ihre Prozesse und Strukturen so gestalten, dass sie Einzelne dabei unterstützen chancengerechte Entscheidungen zu treffen. Als EAF Berlin begleiten wir Organisationen in Veränderungsprozessen. Sie wollen mehr zum Thema Unconscious Bias wissen? Dann können Sie hier mehr über unsere Leistungen erfahren oder uns direkt kontaktieren: Zu unseren Angeboten.

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