Stand with Ukrainian Women Newsletter Nr. 3

Der Krieg gegen die Ukraine ist in eine weitere Phase getreten. Die Nachrichten über Kriegsverbrechen, sexualisierte Gewalt und andere Gräueltaten bestürzen uns mehr denn je.

Porträt einer Frau auf dem Hintergrund des blühenden Flieders in Kiew
Foto: Getty Images / Oleh Slobodeniuk

Für den dritten Sondernewsletter der EAF Berlin hat Dr. Brigitta Triebel, die das Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Charkiv geleitet hat, ihre Einschätzung zur politischen Diskussion in Deutschland beigesteuert. Die Osteuropahistorikerin beschreibt den akuten Handlungs- und Unterstützungsbedarf für die Ukraine in dieser entscheidenden Phase des russischen Angriffskriegs. Sie unterstreicht in ihrem Beitrag die Rolle der Zivilgesellschaft, insbesondere von Frauenorganisationen für die demokratische Entwicklung und für den künftigen Wiederaufbau der Ukraine. Zusammen mit dem Charkiver Büro der Stiftung hatte die EAF Berlin im Herbst das Projekt „Gemeinsam für Demokratie“, gestartet, welches das Empowerment von Kommunalpolitikerinnen in der Ostukraine zum Ziel hat.

Unseren Projektpartnerinnen aus der Ostukraine wollen wir mit ihren Einschätzungen und persönlichen Erfahrungen Raum geben. Irina Gritsay beschreibt aus der Stadt Dnipro eindringlich den 60. Tag des Kriegs als einen Albtraum, aus dem es vorerst kein Erwachen gibt.

An der Universität Dnipro, an der Irina Gritsay tätig ist, hat sie mit den Spenden der EAF den Kauf von Betten und Matratzen für Unterbringung von geflüchteten Menschen aus den russisch besetzten Gebieten mitorganisiert.

An dieser Stelle möchten wir allen Spender*innen herzlich danken. An zwei Projektpartnerinnen wurden Mittel in Höhe von 5.000 bzw. 2.000 Euro überwiesen. Neben der Universität Dnipro wurde die Organisation ISRAaid unterstützt, die von der rumänischen Grenze aus Transporte mit humanitärer Hilfe organisiert. Dort ist aktuell unsere Projektpartnerin Darya Romanenko tätig. Weitere Spenden in Höhe von 5.000 Euro sind für Liliya Kislitsyna von Frauenorganisation Smarta vorgesehen. Ursprünglich in der Region von Kramatorsk angesiedelt, leistet die Organisation jetzt in Lviv u.a. humanitäre Hilfe für Geflüchtete. Weitere Hilfe wird z.B. für den Ausbau eines Sanitätsfahrzeugs benötigt. Spenden sind weiterhin sehr willkommen.

Ferner möchten  wir über das Webinar „Krieg und Frauen“ informieren, das der Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen aus aktuellem Anlass organisiert hat. Hierzu sprach Lena Schwelling, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg und Helene-Weber Preisträgerin 2020, mit unserer ukrainischen Projektpartnerin Darya Romanenko, die neben ihrer persönlichen Fluchtgeschichte vor allem über die starke Rolle der Frauen im Krieg in der Ukraine referierte. Dabei kritisierte sie auch, dass bei den Verhandlungen der Kriegsparteien keine Frau mit am Tisch sitzen würde. Der Beitrag der Historikerin Dr. Dorothee Linnemann thematisierte in historischer Perspektive die Erfahrungen der Frauenbewegung im Ersten Weltkrieg und stellt diese in den Kontext internationaler Frauenbewegung und Geschlechtergeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhundert.  

Was in Deutschland aktuell für die aus Ukraine geflüchteten Menschen, zu über 80 Prozent Frauen und Kinder, getan werden kann und welche Forderungen dazu erhoben werden, beschreibt die Presseerklärung der „Berliner Erklärung“, einem Zusammenschluss von 21 von Frauenorganisationen und -verbänden, dem die auch EAF Berlin als eine der Initiatorinnen angehört.

16. August 2022

„Wir müssen den Krieg und den Frieden gewinnen“ Zwischen Überlebenskampf und Gestaltungswillen

Bewegend verlief die Gesprächsrunde in der Konrad-Adenauer-Stiftung mit vier ukrainischen Expertinnen und Aktivistinnen im Rahmen des Projekts "Gemeinsam für Demokratie".

16. August 2022

"Netzwerke sind die Struktur der Zukunft“ Helene-Weber-Preisträgerin Katja Glybowskaja im Gespräch mit ukrainischen Projektpartnerinnen

Für unsere ukrainischen Partnerinnen war das Treffen am 29. Juli mit Helene-Weber-Preisträgerin Katja Glybowskaja einer der Höhepunkte ihrer Reise.

16. August 2022

"Die Abwesenheit von Frauen in der Politik ist eine Schande" Ein Gespräch mit Natalya Deliyeva

Die Kulturschaffende und ehemalige Kandidatin für das Bürgermeisteramt in Odessa ist Vorsitzende der ukrainischen Frauenorganisation Diya.

6. August 2022

Fenster zur Welt Die Ukraine zu Besuch im Künstler*innenhaus Schloss Plüschow

Was hat ein Schloss mitten in Nordwestmecklenburg mit #StandwithUkrainianWomen zu tun? Augenscheinlich ziemlich viel.

27. Juli 2022

"Lugano hat mir Hoffnung gemacht" Gespräch mit Liliya Kislitsyna

Unsere Projektpartnerin hat an der internationalen Ukraine-Wiederaufbau-Konferenz teilgenommen, die vom 4. bis 5. Juli im schweizerischen Lugano stattfand.

22.07.2022

"Dieses Anliegen eint uns alle: Mehr Frauen in die Kommunalpolitik und Parlamente zu bekommen." Neue Sprecherinnen des Helene Weber-Netzwerks im Interview

Das Helene Weber-Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Kommunalpolitikerinnen, die mit dem Helene Weber-Preis ausgezeichnet wurden. Sprecherinnen sind Katja Glybowskaja, Annkathrin Wulff und Notburga Kunert.