Stand with Ukrainian Women Gemeinsam für Demokratie

EAF-Vorstandsvorsitzende Dr. Helga Lukoschat erklärt, wie aus einem deutsch-ukrainischen Projekt für Kommunalpolitikerinnen über Nacht ein Nothilfe-Programm wurde.

„Gemeinsam für Demokratie“ – so lautete der Titel unseres Projekts mit Kommunalpolitikerinnen und frauenpolitisch engagierten Frauen in der Ostukraine. Das Projekt in Kooperation mit dem Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Charkiv hat durch den immer noch unfassbaren Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und ihre gesamte Bevölkerung eine ganz andere Richtung genommen. Ging es in dem im Herbst 2021 gestarteten Projekt ursprünglich um die Vernetzung und das Empowerment von Frauen in der kommunalen Politik, um die Entwicklung von Trainingskonzepten und den Austausch mit deutschen Kommunalpolitikerinnen, geht es nun um umfassende Solidarität mit der Ukraine, um politische Unterstützung zur schnellstmöglichen Beendigung des Krieges sowie um praktische Hilfe für die Projektpartnerinnen vor Ort.  

Vor dem Hintergrund unserer Kenntnis und persönlichen Verbundenheit mit den ukrainischen Partnerinnen und ihren Organisationen startet die EAF Berlin einen Spendenaufruf. Wir bitten Sie als Teil unseres Netzwerks sehr herzlich um Spenden. Mehr Informationen zum Spendenaufruf und der Verwendung der Mittel finden Sie hier.

Wir sind sehr froh, dass wir als EAF Berlin weiterhin in Kontakt mit unseren unmittelbaren Ansprechpartnerinnen stehen können: Dr. Yuliya Siedaia (Charkiv), Darya Romanenko (Sloviansk), Liliya Kislitsyna (Kramatorsk) und Iryna Gritsay (Dnipro). Yuliya und Liliya sind nach Lviv in die Westukraine geflohen und organisieren dort die humanitäre Hilfe sowie Hilfstransporter in die belagerten Städte der Ostukraine. Irina harrt mit ihrer Familie in Dnipro in der Ostukraine aus. Darya, deutsche Staatsbürgerin ukrainischer Herkunft, die in Sloviansk ein zivilgesellschaftliches Begegnungszentrum leitete, ist inzwischen in ihrer Heimatstadt Kehl und engagiert sich in der Hilfe für Geflüchtete, u.a. an der rumänischen Grenzregion. Die Zusammenarbeit mit der KAS bzw. mit der Leiterin des Charkiver Büros, Dr. Brigitta Triebel, jetzt ebenfalls in Deutschland, wird gleichfalls fortgesetzt.

Zwischenzeitlich hat die EAF mehrere Videokonferenzen mit den Projektpartnerinnen organisiert um über die Situation vor Ort zu informieren, den politischen Forderungen der Partnerinnen an die EU und an Deutschland Gehör zu verschaffen und vor allem Möglichkeiten der praktischen Unterstützung zu besprechen. Einen Bericht zum sehr bewegenden Austausch vom 11. März 2022 finden Sie hier.

Einen weiteren Aspekt bildet die Unterstützung für die rund 150.000 Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, bei denen es sich bekanntermaßen zum ganz überwiegenden Teil um Frauen und Kinder handelt. Hier fordert die EAF Berlin im Einklang mit anderen Frauenorganisationen Sensibilität für deren besondere Belange und entsprechende Maßnahmen bei Unterbringung und medizinischer Versorgung oder beim Zugang zum Arbeitsmarkt. Auch sind dringend Schutzkonzepte vor sexueller Ausbeutung und Zwangsprostitution notwendig.

Wir werden künftig auf unserer Webseite Stimmen aus der Ukraine weiterhin Gehör geben, über die aktuelle Situation informieren sowie über den Fortgang der Unterstützungsprojekte berichten. Wir möchten nicht zuletzt eine Debatte dazu anregen, was die „Zeitenwende“ des 24. Februars, in der für Gesamteuropa Frieden und Demokratie bedroht sind, aus feministischer Perspektive bedeutet.

Helga Lukoschat, Vorsitzende der EAF Berlin

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