Roundtable zu geschlechtsbezogener digitaler Gewalt Abschluss der Veranstaltungsreihe

Am Mittwoch, den 12. Januar fand der letzte Roundtable zum Thema „Geschlechtsbezogene Gewalt im digitalen Raum“ statt.

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe „Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten“ welche die EAF Berlin gemeinsam mit der Geschäftsstelle des Dritten Gleichstellungsberichts und dem Harriet Taylor Mill-Institut an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin ausgerichtet hatte kamen Expert*innen mit Interessierten über digitale Gewalt ins Gespräch.

Fast jede Bundespolitikerin (98 Prozent) hat bereits Angriffe, Beleidigungen und Drohungen in den sozialen Netzwerken erfahren. Das ist das Ergebnis der Studie Parteikulturen und die politische Teilhabe von Frauen, die die EAF Berlin gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt hat.

Aber nicht nur Spitzenpolitikerinnen sind von geschlechtsbezogener digitaler Gewalt betroffen: Digitale Anwendungen werden in allen Bereichen des Lebens wichtiger und können die bestehenden gewaltvollen Geschlechterverhältnisse verschärfen. Die leichte Handhabung und Erreichbarkeit digitaler Medien sowie die Möglichkeit zur öffentlichkeitswirksamen Verbreitung von Inhalten bedroht Frauen in besonderem Maße.

Dr. Regina Frey vom Genderinstitut für Gleichstellungsforschung hat die Expertise zum Dritten Gleichstellungsbericht mit Fokus auf digitale Gewalt durchgeführte und betonte am runden Tisch, dass digitale Gewalt die Verwirklichungschancen, insbesondere für Frauen, massiv einschränkt: im privaten Leben, im Erwerbsleben und auch hinsichtlich der Teilhabe an demokratischer Willensbildung.

 

 

 

Praktische Handlungsempfehlungen

Was kann dagegen getan werden? Zu Beginn muss ein breiteres gesellschaftliches Bewusstsein für die Gefahr, die von geschlechtsbezogener digitaler Gewalt ausgeht, geschaffen werden. Außerdem muss klar sein: Digitale Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Form der Gewaltausübung, die für die Betroffenen ähnliche Konsequenzen haben kann wie physische Gewalt. Im Umkehrschluss ist auch hier der Gesetzgeber in der Pflicht, Rahmenbedingungen zu schaffen, wie mit dieser Form der Gewalt umgegangen werden kann.

Über die Roundtables „Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten“

Das Gutachten der Sachverständigenkommission zum Dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung liegt seit Januar 2021 vor. Zum ersten Mal fokussiert sich das Gutachten auf ein ausgewähltes Schwerpunkthema: Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten. Dabei deckt es eine ganze Bandbreite relevanter Themenfelder ab, die sich unter dem viel diskutierten und gleichermaßen schillernden Begriff der Digitalisierung verbergen. Der dazugehörige Bericht der zuständigen Ministerin im Juni 2021 hat verdeutlicht, dass den über 100 im Gutachten festgehaltenen Handlungsempfehlungen weitere (struktur-)politische, aber auch wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Schritte folgen müssen.

Bei Roundtables zum Thema „Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten“ wurden praktische Handlungsbedarfe in Bezug auf gendergerechte Technikentwicklung, Gründungen, Plattformökonomie, Arbeitswelt und digitale Gewalt ausgemacht und mit insgesamt 35 Expert*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung diskutiert. Etwa 415 Interessierte haben an den Roundtables teilgenommen.

Dank gilt allen Referent*innen für die spannenden Impulse, den Gesprächspartner*innen für fruchtbaren Diskussionen und natürlich allen Zuhörenden für die rege Beteiligung.

Das Thema wird die EAF Berlin auch in Zukunft beschäftigen, denn es gibt noch vieles zu tun. Weitere Informationen zu den Themen und Roundtables können Sie auf der Projektwebsite nachlesen.

Die Ergebnisse der Veranstaltungsreihe werden in Form einer Dokumentation veröffentlicht, die sie auf der Seite der EAF Berlin in den nächsten Monaten runterladen können.

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