How-to Online Praktikum Ein Bericht der ehemaligen EAF-Praktikantinnen Tara Ohloff und Caroline Enge

Ein Praktikum soll Einblick in die Arbeitswelt ermöglichen. Doch kann das überhaupt funktionieren, wenn Corona die Welt zum Stillstand bringt und das Praktikum ins Homeoffice verlegt wird? Tara Ohloff und Caroline Enge sagen: Ja! Sie behaupten sogar: Homeoffice ist eine Chance.

Zu Anfang unseres Praktikums war eigentlich alles so, wie man es sich vorstellt. Kaffeeküchengespräche mit den Kolleg*innen, Probleme mit dem Drucker. Ein ganz normaler Alltag im Büro eben. Jeden Tag fanden wir uns ein bisschen besser zurecht und nach zwei Wochen hatten wir fast das Gefühl, wir wären schon ewig dabei. Dann kam Corona. 

In unserer dritten Praktikumswoche begannen sich die Nachrichten zu überschlagen, Workshops und Veranstaltungen wurden abgesagt. Noch ahnten wir nicht, was das für uns bedeuten würde. Zwar änderten sich die Gesprächsthemen unter den Kolleg*innen, manch eine*r bekam es mit der Angst zu tun, andere schmunzelten über das Hamstern von Klopapier. Nach wie vor hielten wir am Arbeitsalltag fest. Doch dann holte uns die Wirklichkeit ein: Homeoffice.

Plötzlich saßen wir Zuhause am Küchentisch und hatten gerade noch ein paar Dateien auf einem USB-Stick dabei. Es fühlte sich merkwürdig und geradezu surreal an. Wie sollte das funktionieren?

Alles auf Anfang

In der ersten Woche im Homeoffice mussten wir uns neu strukturieren, ganz so als hätte das Praktikum gerade erst begonnen. Neue Fragen tauchten auf: Wie komme ich denn jetzt an die Dateien auf dem Server? Recht schnell stellten wir außerdem fest, dass es sich in Jogginghose vom Bett aus schlecht arbeiten lässt. Ein anderer Arbeitsplatz musste her – und eine Jeans! Sich diese Strukturen selbst zu schaffen, hat wirklich seine Zeit gebraucht.

Eine gewisse Normalität stellte sich erst nach einigen Tagen ein. Statt auf dem Weg zur S-Bahn frühstückten wir jetzt am Küchentisch, während wir die ersten Mails checkten. Statt des Gesprächs in der Kaffeeküche fanden Videokonferenzen statt. Und statt einer kurzen Mittagspause entschieden wir uns häufig lieber für einen ausgiebigen Spaziergang. Die Kommunikation veränderte sich, weil wir nicht einfach schnell im Büro nebenan vorbeischauen konnten. Aber das hatte auch Vorteile: Für die Bedürfnisse von Einzelnen herrschte nun ein besonders großes Verständnis. Acht Stunden am Stück im Homeoffice schafft von Tag eins an wahrscheinlich niemand.

Kaum hatten wir uns umgestellt, war die Hälfte des Praktikums auch schon um! Da merkten wir, dass die Zeit so langsam knapp wurde für all die Dinge, die wir doch hatten erreichen wollen. Also erarbeiteten wir einen kleinen Masterplan. Punkt eins: To-Dos auflisten – was wollten wir aus dem Praktikum gleich nochmal unbedingt mitnehmen? Punkt zwei: Gespräch suchen. Punkt 3: Loslegen! Wir haben mit unseren Betreuerinnen besprochen, wie die letzten Wochen des Praktikums noch gestaltet werden konnten. Dabei haben wir auch entschieden, als Praktikantinnen verstärkt zusammenzuarbeiten und uns eigene Projekte zu überlegen. Zum Beispiel wollten wir den Kolleginnen aus dem Homeoffice gern etwas zurückgeben. Deshalb haben wir uns entschlossen einen Vortrag vorzubereiten: Das Thema „Corona und Feminismus?“ kam super an – da haben wir natürlich den Nerv der Zeit getroffen. Zusätzlich haben wir einen Leitfaden für ein Online-Praktikum erstellt, denn bald nach uns startet wohl die nächste Praktikantin in diese neue Welt.

Was du besser machen kannst als wir

Du hast jetzt flexibler Zeit, dich genau dort einzubringen, wo du das möchtest und lernst nebenbei digitale Arbeit in der Praxis kennen. Sieh das als einmalige Chance an und nutze sie, so gut es geht! Dafür ist es wichtig, dass du deinen eigenen Prozess im Praktikum begleitest. Frage dich einfach regelmäßig – mindestens aber zur Halbzeit deines Praktikums: Bist du zufrieden? Wo hakt es gerade? Was möchtest du ändern? Was möchtest du erreichen? Und sprich dann mit deinen Vorgesetzten darüber. Sie werden dich sicherlich unterstützen, denn Eigeninitiative ist immer gefragt! Nimm genau das aus dem Praktikum mit, was für dich wichtig ist. Suche dir das Projekt, das deine Kompetenzen fördert, und traue dir zu, dein Praktikum selbst in die Hand zu nehmen. 

An unserem letzten Tag gab es dann, statt gemeinsam Kuchen zu essen, ein Abschlussgespräch per Video und die Verabschiedung von den Kolleg*innen war schon in der morgendlichen Online-Teamrunde erfolgt. Wenn man den Laptop zuklappt, ist das sicher nicht ganz das gleiche Gefühl, wie ein letztes Mal aus dem Büro zu gehen. Aber wir sind froh, dass wir dieses Praktikum fortsetzen konnten und ziemlich stolz, es durchgezogen zu haben. Ja, es war vielleicht alles anders, als wir uns vorgestellt haben. Aber anders muss nicht schlecht sein. „Anders“ ist vielleicht eine einmalige Möglichkeit.

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