Migration verbindet Zweiter Durchgang des Mentoring-Programms Vielfalt abgeschlossen

Mit einer feierlichen Abschlusstagung ging das letzte Seminar des zweiten Durchgangs im Mentoring-Programm „Mein Hintergrund? Ich will in den Vordergrund“ zu Ende. Fünf Monate lang kamen Mentorinnen und Mentees zusammen, tauschten sich überparteilich aus, vernetzten sich und diskutierten, was es heißt, sich als Frau mit Migrationsbiografie einzubringen und Politik zu machen.

Das Mentoring-Programm hatte über ein knappes halbes Jahr 28 Politikerinnen aus verschiedenen Parteien in teilweise überparteilichen Tandems zusammengebracht. Ob Linke, SPD, Grüne, FDP, CDU oder Volt spielte dabei keine Rolle, denn das verbindende Element war die Migration. Die 14 Tandems trafen sich in regelmäßigen Abständen begleitend zu den Seminaren, welche von der EAF Berlin zu Themen wie Storytelling, Politische Kommunikation auf Social Media und Vielfalt in den Parteien durchgeführt worden sind.

Mit der Abschlusstagung wurde das Netzwerk unter den Politikerinnen weiter gestärkt und durch fachliche Expertise bereichert: Katja Wolter vom Steinbeis-Institut sprach mit den Teilnehmerinnen über die Rolle von Netzwerken, Macht und den Umgang mit Mikropolitik. Darüber hinaus kamen die Teilnehmerinnen mit Mentees und Mentorinnen des ersten Durchgangs ins Gespräch. Mit dabei waren die ehemaligen Mentees Jelisaweta Kamm, Bezirksverordnetenvorsteherin der Grünen in Berlin Mitte, Seyda Türk, Bezirksverordnete der FDP in Berlin Mitte und die ehemalige Mentorin Olemia Flores, Bezirksverordnete der SPD im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Eine weitere Austauschmöglichkeit bot die Podiumsdiskussion zur Frage: „Wie weit sind wir mit der Öffnung der Parteien?“, bei welcher die Teilnehmerinnen mit Elif Eralp, MdA, Die Linke und Vertreterin von Links*Kanax, Filiz Keküllüoglu, Bündnis 90/Die Grünen, der Vertreterin von Bunt-Grün und Kim Thy Tong, CDU und Vertreterin der jungen Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) ins Gespräch kamen.

Bei der offiziellen Zertifikatüberreichung am ersten Abend ging Frau Dr. Martina von Bassewitz, Leiterin des Referats Teilhabe und Medien im Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) auf die Zahlen von Frauen mit Migrationsbiografie in den Parlamenten ein. Im Bundestag haben lediglich 11, 3 Prozent der Abgeordneten einen Migrationshintergrund. Dies zeige deutlich, dass großer Handlungsbedarf besteht. Mit dem Programm engagieren sich das BMFSFJ und die EAF Berlin für mehr Vielfalt in den Parlamenten.

Der Erfolg des Programms spricht für sich: Seyda Türk (FDP) und Jelisweta Kamm (Grüne) erlangten nach Abschluss des ersten Durchgangs ein kommunalpolitisches Mandat in Berlin-Mitte. Mit Eileen O’Sullivan (Volt) ist eine ehemalige Mentee als Dezernentin in Frankfurt am Main vertreten. Die ehemaligen Kommunalpolitikerinnen, Mentorinnen und Helene Weber-Preisträgerinnen, Ye-One Rhie (SPD) und Ana Maria Trăsnea (SPD) blicken ebenfalls auf positive Entwicklungen: Rhie ist Mitglied des Bundestages geworden, Trăsnea Staatssekretärin in der Senatskanzlei und Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund. Auch während des zweiten Durchgangs gab es bereits Erfolge zu verzeichnen: Mentee Dara Kossok-Spieß ist nun Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen in Berlin-Spandau und die Mentorin Filiz Keküllüoğlu wurde Bezirksstadträtin in Berlin-Lichtenberg.

Diesen Frauen und allen anderen engagierten Mentees und Mentorinnen beider Durchgänge gratulieren wir herzlich. Dass sie alle in Kontakt bleiben, war sicher kein Lippenbekenntnis. Denn im Rahmen des Seminars wurde auch immer wieder deutlich: Es braucht die Solidarität untereinander. Trotz aller inhaltlichen Unterschiede ist die Migrationsbiographie eine starke Verbindung.

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