Fortschritt im Schneckentempo Die Ergebnisse des Geschlechter-Monitoring

Nach wie vor werden weniger Frauen und nicht-binäre Personen als Männer von den Parteien für die Bundestagswahl aufgestellt. Unsere Analysen und interaktiven Grafiken zeigen die Ergebnisse.

Vor dem Hintergrund der Bundestagswahl 2021 hat die EAF Berlin im Rahmen des Helene Weber Kollegs erhoben, wie viele Frauen, Männer und nicht binäre Personen von den Parteien deutschlandweit auf den Landeslisten sowie in den Wahlkreisen als Direktkandidat*innen aufgestellt wurden.

Die Erhebung ist nun abgeschlossen und die Ergebnisse stehen in einer interaktiven Grafik und in verschiedenen Analysen auf der Website des Helene Weber Kollegs der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Die Schlagzeilen im Überblick:

  • Die gute Nachricht: Die Parteien stellen im Schnitt mehr Frauen auf. Von 2077 Kandidaturen sind 858 von Frauen – das entspricht einem Frauenanteil von 41 Prozent (+5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2017). Es ist ein Fortschritt im Schneckentempo (Analyse von EAF-Vorstandsvorsitzende Dr. Helga Lukoschat).

  • Besonders viele Nominierungen von Frauen sind in Berlin und im Saarland zu verzeichnen. Thüringen und Sachsen-Anhalt sind bundesweite Schlusslichter beim Frauenanteil unter den Kandidaturen zur Bundestagswahl 2021.
  • Direktmandate bleiben in Männerhand: Der bundesweite Frauenanteil unter den Direktkandidaturen liegt bei nur 30 Prozent.

  • Von 299 Wahlkreisen gibt es keinen Wahlkreis in Deutschland, in welchem die sechs großen Parteien jeweils eine Frau als Direktkandidatin ins Rennen geschickt haben. Demgegenüber stehen 24 Wahlkreise, in denen keine Frau gewählt werden kann, weil alle sechs Parteien einen Mann ins Rennen schicken.

  • Im Wahlkreis 105 (Mettmann II, NRW) und im Wahlkreis 75 (Berlin Mitte) kandidieren jeweils fünf Frauen und ein Mann für das Direktmandat. In jeweils 12 Wahlkreisen stellen Frauen die Mehrheit der Kandidat*innen (4 Frauen und 2 Männer).

  • Je stärker die Parteien mit internen Quoten (Grüne, Linke, SPD) abschneiden, desto weiblicher wird der Bundestag. Für die AfD gilt das Gegenteil: Je stärker die AfD im Bundestag vertreten sein wird, desto weniger Frauen wird es im Bundestag geben.

  • In Bremen und Thüringen bleiben Männer in der AfD komplett unter sich. Es wurde keine einzige Frau auf der Liste oder als Direktkandidatin aufgestellt. In Niedersachen ist keine Frau auf der Liste zu finden aber stellen immerhin drei Direktkandidatinnen auf.

Nach der Bundestagswahl werden die Unterschiede bei den Nominierten und Gewählten analysiert und somit ein Abgleich erfolgen, ob Frauen und nicht-binäre Personen auch auf aussichtsreichen Plätzen aufgestellt wurden.

Bei Presse- und Kooperationsanfragen können Sie sich gerne an Hanna Schwarz unter schwarz@eaf-berlin.de wenden.

02.06.2016

Erster KommunalCampus Helene Weber Kolleg möchte Frauen für Kommunalpolitik begeistern

Kommunalpolitikerinnen aus ganz Deutschland haben sich am 28. Mai im Bundesfrauenministerium in Berlin zum "KommunalCampus" getroffen. Bürgermeisterinnen, Landrätinnen und auch Preisträgerinnen waren angereist, um sich fachlich auszutauschen.

27.05.2016

Erfolgreiche Verhandlungsstrategien Nina Bessing sprach beim Berliner FOM Frauen-Forum

Die FOM Hochschule lud zum 3. Berliner Frauen-Forum „Erfolgreich verhandeln“ ein. Nina Bessing, Leiterin des Geschäftsfeldes Wirtschaft in der EAF Berlin, war zu Gast und gab Einblicke in die Grundprinzipien erfolgreichen Verhandelns.

25.05.2016

Türkische Bügerrechtler*innen zu Gast Gemeinsamer Austausch zur politischen Partizipation von Frauen

Die EAF Berlin begrüßte am 23. Mai 2016 Menschen- und Bürgerrechtler*innen aus der Türkei zu einem Fachgespräch. Die elf Delegierten tauschten sich mit Andrea Krönke, Expertin im Politik-Bereich der EAF Berlin, über die politische Partizipation von...

20.05.2016

Netzwerktreffen Mentoring Austausch über Lernbeziehungen und aktuelle Trends

Die Deutsche Gesellschaft für Mentoring lud gemeinsam mit dem österreichischen Business Frauen Center am 19. und 20. Mai 2016 zum Erfahrungsaustausch zwischen deutschen und österreichischen Mentoring-Expert*innen nach Klagenfurt ein.

16.05.2016

Umfrage zu Chanchengleichheit von Führungskräften Der Verband VAA - Führungskräfte Chemie veröffentlicht Ergebnisse

Der Verband VAA – Führungskräfte Chemie hat seine Umfrage zur Chancengleichheit weiblicher und männlicher Führungskräfte in der chemischen Industrie vorgelegt. Die Umfrage kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Frauen sind seltener in...

10.05.2016

Diversity Branding Firmenpartner-Workshop zum Thema Vielfalt in der Unternehmens- und Marken-Kommunikation

Wie kann Vielfalt zur zentralen Markenbotschaft eines Unternehmes werden? Der EAF-Workshop „Diversity Branding: Vielfalt in der Unternehmens- und Marken-Kommunikation“ geht dieser Frage nach.