Fenster zur Welt Die Ukraine zu Besuch im Künstler*innenhaus Schloss Plüschow

Was hat ein Schloss mitten in Nordwestmecklenburg mit #StandwithUkrainianWomen zu tun? Augenscheinlich ziemlich viel.

Daria Gabruk (re.) und Yuliia Siedaia im Gästestudio auf Schloss Plüschow (Foto: EAF)

Unser Netzwerk "Gemeinsam für Demokratie" hat einen neuen Knoten: Am 3. August besuchten EAF-Vorsitzende Helga Lukoschat in Begleitung unserer ukrainischen Projektpartnerin Yuliia Siedaia und weiteren EAF-Kolleginnen die Helene-Weber-Preisträgerin Miro Zahra an ihrer Wirkungsstätte, dem Künstler*innenhaus Schloss Plüschow.

Internationaler Treffpunkt für Künstler*innen

Die Diplom-Grafikerin, Künstlerin und Kuratorin ist neben ihrem Einsatz für Kunst und Kunstschaffende auch im Kreistag von Nordwestmecklenburg aktiv. Miro Zahra ist stellvertretende Vorsitzende der sechsköpfigen Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Für ihr politisches Engagement erhielt sie 2020 den von der EAF organisierten und vom BMFSFJ finanzierten Preis für Kommunalpolitikerinnen mit herausragenden Leistungen. Miro Zahra ist Herz und Kopf von Schloss Plüschow. Sie hat es Anfang der Neunzigerjahre zusammen mit ihrem Mann aufgebaut und leitet es inzwischen auch. Das sanierte Herrenhaus, zwischen Wismar und Lübeck gelegen, ist heute ein renommierter Ausstellungs- und Arbeitsort, Treffpunkt für Künstler*innen aus aller Welt.

Praktische Solidarität

Gerade lebt und arbeitet eine Stipendiatin aus der Ukraine in einem der Gaststudios. Die 32-jährige Daria Gabruk kommt aus Zhytomyr im Norden der Ukraine, unweit der Grenze mit Belarus. Für vier Wochen ist sie auf Plüschow eingeladen, um sich von dem Kriegsstress etwas zu erholen und ihre Erlebnisse und Ängste künstlerisch zu verarbeiten. Schnell kommt sie ins Erzählen und beschreibt am Beispiel ihrer Bilder ihr Leben und ihre Arbeit zuhause und wie der Krieg ihre äußere und innere Welt verändert hat. Im Schloss sind heute auch zwei junge ukrainische Musikerinnen zu Besuch. Sie sind seit dem Frühjahr in einem nahegelegenen Ort untergebracht und hoffen, dass sie in Deutschland ihre künstlerische Ausbildung fortsetzen können. Miro Zahra unterstützt sie nach Kräften und plant mit den beiden ein Konzert mit ukrainischen, deutschen und tschechischen Volksliedern. Eines ihrer Lieblingslieder trägt die gebürtige Tschechin zusammen mit den beiden Geigerinnen vor. Ein Ständchen für die Gästinnen auf der Veranda des Schlosses.

"Nur die Kunst kann die Welt retten"

Miro Zahras besondere Leidenschaft gilt der Förderung von Künstlerinnen. Auf Plüschow schafft sie Arbeitsmöglichkeiten und Öffentlichkeit für sie. Und das Schloss in der mecklenburgischen Provinz öffnet alle seine Fenster zur Welt. Künstler*innen von überall her, viele mit internationalem Ruf, haben in den vergangenen Jahren hier gearbeitet und ausgestellt. Einen aktuellen Bezug zu den Themen Vertreibung, Flucht, Migration will die laufende Ausstellung "Push & Pull - Territorien zwischen Land und Meer" herstellen, die noch bis 21. August zu sehen ist. Auch eine ukrainische Künstlerin ist hier vertreten. "Nur die Kunst kann die Welt retten", hieß der Untertitel der Ausstellung "Ressource Kunst" vor einigen Jahren. Hinter dieser ironischen Behauptung aber steht Zahras feste Überzeugung, dass die Kunst zwar keine konkreten Lösungen für die Probleme, Konflikte und Katastrophen der Welt aber eine "Plattform für den Austausch und die Entwicklung von neuen Denkanstößen" bieten kann. Dafür stehen Miro Zahra und ihr Herr*innenhaus.

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