Pflegekräfte fordern mehr als nur Applaus Zahlreiche Aktionen machen am 12. Mai auf die Situation von Pflegenden aufmerksam

Wir lenken anlässlich des Internationalen Tags der Pflege den Blick auch auf die Geschlechterparität im Pflegebereich.

In Deutschland ist Pflege immer noch weiblich! Im Jahr 2019 waren rund 83 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Altenpflege Frauen. Im Bereich der Krankenpflege lag der Anteil der weiblichen Beschäftigten bei 80 Prozent. Aber auch diejenigen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen, sind zu 90 Prozent Frauen. Dieses Verhältnis spiegelt sich jedoch nicht in den Führungspositionen wider, welche mit 53,1 Prozent durch Männer besetzt sind. Das ist insbesondere deshalb relevant, weil das Lohnniveau in pflegenden Berufen besonders niedrig ist und die Arbeitsbedingungen häufig sehr herausfordernd und prekär sind.

Pflege ist systemrelevant! Pfleger*innen stellen eine tragende Säule der Gesellschaft dar und sind für das menschliche Leben unerlässlich. Dies spiegelt sich jedoch nicht in ihrer Bezahlung und gesellschaftlichen Anerkennung wider.

Die gesellschaftliche Relevanz der Pflege zeigt sich unter anderem mit Blick auf den demografischen Wandel und die Generation der „Baby-Boomer“ und einem gleichzeitigen Mangel an Gesundheitsfachkräften. Doch auch die Corona-Pandemie führt uns einmal mehr vor Augen, wie wichtig die Arbeit im Pflege-Bereich ist. Während ein Großteil der Arbeitnehmenden dazu aufgerufen ist Zuhause zu bleiben, setzen sich Pflegekräfte tagtäglich dem Risiko für sich und ihre Angehörigen aus und arbeiten unter besonders hohem Druck weiter.

Die Öffentlichkeit schenkt den Pflegekräften in der Pandemie deshalb besondere Aufmerksamkeit und bekundet ihre Anerkennung mit Applaus. Doch dies ändert wenig. Pfleger*innen fordern mehr als nur Applaus! Auch die einmaligen Pflegeprämien verändern ihre Situation nicht nachhaltig. Die Arbeitsbedingungen müssen auch mit Blick auf eine Zeit nach der Krise langfristig verändert werden. In diesem Sinne fordert die AWO eine Reform für menschlichere Pflege mitsamt einer Aufwertung des Pflegeberufs, einer angemessenen Bezahlung und verbesserten Bedingungen.

Am 12.05.2021 finden zahlreiche Aktionen statt, um auf die prekäre Situation im Pflegebereich aufmerksam zu machen, besipielsweise die Sleep-In-Proteste der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragter (BAG) unter dem Hashtag #pflegerebellion:

Indem sich die Menschen auf den Boden legen und schlafend stellen, soll auf die Erschöpfung der Pflegekräfte und die dahinterstehenden Missstände aufmerksam gemacht werden. Diese Art der Demonstration findet sowohl in Berlin vor dem Bundestag als auch dezentral in anderen Städten und Kreisen statt.

Weitere Aktionen und Events anlässlich des internationalen Tags der Pflege finden Sie hier:

Der internationale Tag der Pflege wird jährlich im Gedenken an die britische Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege Florence Nightingale begangen. Sie lebte vom 12. Mai 1820 bis zum 13. August 1910 und ist basierend auf ihren nächtlichen Kontrollgängen mit Petrollampe zu den Patient*innen auch als „Lady with the Lamp“ bekannt. Gewürdigt wird damit sowohl ihr Einsatz für die Versorgung der Soldaten im Krimkrieg als auch die Entwicklung des Pflegeberufs mitsamt einer standardisierten Ausbildung mit definierten Zielen.

International wird der Aktionstag auch als International Nurses Day (IND) bezeichnet und wurde erstmals 1965 vom International Council of Nurses ins Leben gerufen. Grundsätzlich soll die Rolle von Krankenschwestern und -pflegern im Gesundheitssystem hervorgehoben und ihre Arbeit wertgeschätzt werden. Ziel ist unter anderem die Gewährleistung einer attraktiven Aus- und Weiterbildung in Verbindungen mit Forderungen an die Politik, die Pflegesituation zu verbessern.

In diesem Sinne bedanken wir uns bei ALLEN Pflegekräften für ihren tatkräftigen Einsatz und wünschen einen lauten internationalen Tag der Pflege!

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