Stolz oder Vorurteil? Im Juni wird international der Pride Month gefeiert

Der Pride Month steht für Stolz, Toleranz und Selbstbewusstsein. Doch obwohl sich in den letzten 20 Jahren in der juristischen Gleichstellung und gesellschaftlichen Akzeptanz viel getan hat, machen LGBTQI*-Personen immer noch häufig Diskriminierungserfahrungen in der Arbeitswelt.

Studien zeigen, dass trotz eines zunehmenden offenen Umgangs vieler LGBTQI*-Beschäftigten mit ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität am Arbeitsplatz, immer noch ein beachtlicher Anteil, nicht oder nur mit wenigen ausgewählten Kolleg*innen offen darüber spricht. So verschweigen etwa 30 Prozent der lesbischen und schwulen, 55 Prozent der bisexuellen sowie 70 Prozent der transgeschlechtlichen Arbeitnehmenden bewusst ihre queeren Lebensrealitäten.

Darüber hinaus hat sich der Anteil an Diskriminierungserfahrungen in den letzten Jahren lediglich geringfügig verändert. 74 Prozent der lesbischen und schwulen Arbeitnehmenden, 83 Prozent der Trans*-Personen und 95,5 Prozent der bisexuellen Beschäftigten geben an, in mindestens einer Form Diskriminierung erlebt zu haben.

In diesem Zusammenhang kann ein offenes und tolerantes Betriebsklima einen attraktiveren Arbeitsplatz für LGBTQI*-Menschen schaffen und mit positiveren Äußerungen gegenüber der eigenen Organisation und einer höheren Verbundenheit mit dieser einhergehen (für bisexuelle Personen zeigt sich dieser Zusammenhang nicht). Diversity Management und Organisationskultur sind hierbei die zentralen Ansatzpunkte für Organisationen.

Unternehmen und Organisationen sollte dies ein Anreiz sein, ein antidiskriminierendes Arbeitsumfeld zu schaffen und sich im Rahmen von Stellenanzeigen und der Website sowie innerhalb der Organisation klar für die Gleichstellung queerer Menschen zu positionieren. Auf diese Weise wird die eigene Institution auch für diese Zielgruppe zur*zum attraktiven Arbeitgeber*in.

Die Vielfaltsbestrebungen sollten sich auch in der Organisationskultur widerspiegeln, damit sie ihre volle Wirkung entfalten können und langfristige Veränderungsprozesse angestoßen werden. Ein zentraler Faktor für den Erfolg von Diversity-Maßnahmen ist die Möglichkeit aller mitzugestalten. Wichtig ist also, dass Vielfaltsbestrebungen nicht in den Recruitingabläufen enden, sondern dort erst ansetzen. Dazu muss die Führungs- und Organisationskultur so gestaltet sein, dass Fehler gemacht, Abläufe verändert und neue Ideen eingebracht werden können. Diese inklusive Führung oder inclusive leadership, in Auseinandersetzung mit den eigenen unbewussten Denkmustern (unconscious bias) ermöglicht somit das Zusammenbringen der Potenziale und Stärken aller Beschäftigten. In diesen Prozessen unterstützt die EAF Berlin Unternehmen und Organisationen seit langem mit Seminaren zu Inclusive Leadership und Unconscious Bias.

Um es mit den Worten der Diversity-Expertin Vernā Myers auszudrücken: “Diversity is being asked to the party. Inclusion is being asked to dance”. Für tatsächliche Teilhabe und die damit einhergehenden Rechte demonstrieren anlässlich des Pride Month Million Menschen auf der ganzen Welt.

Der Pride Month bietet eine Vielzahl an Veranstaltungen, um für eine bunte Vielfalt unserer Gesellschaft einzustehen und diese zu feiern. Darüber hinaus soll er auf die noch immer bestehenden Ungerechtigkeiten hinweisen. Er wird jährlich im Juni begangen und erinnert damit an den 28. Juni 1969, der als Wendepunkt in der modernen LGBTQI*-Bewegung und als Anstoß für bunte Straßenparaden gilt. Hiermit soll allen jenen gedacht werden, die im Kampf um die Rechte queerer Menschen zum Teil ihr Leben gelassen haben.

21.09.2021

„Dir werden wir es zeigen!“ Helga Lukoschat über Sexismus im Wahlkampf

Die EAF-Vorstandsvorsitzende spricht im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) über selbstbewusste Weiblichkeit, männliche Prototypen in der Politik und stereotype mediale Berichterstattung.

20.09.2021

Jetzt bewerben Verstärke die Femtec!

Im Rahmen des englischsprachigen Career-Building Stipendiums für MINT-Studentinnen von Femtec, wird ein*e Programme-Manager Career-Building (m/w/d) gesucht.

16.09.2021

Diskriminierende Algorithmen EAF-Expert Lisa Hanstein im Interview bei Deutschlandfunk Nova

Vorurteilsbehaftete Algorithmen sind leider nichts Neues: Schwarze Menschen werden nicht richtig erkannt, Frauen nicht berücksichtigt oder runtergerankt.

08.09.2021

20 Jahre weiblicher Führungskräftenachwuchs für die MINT-Berufe Die Femtec hat Geburtstag!

20 Jahre bereits schafft die Tochtergesellschaft der EAF Berlin ein starkes Netzwerk mit Partner*innen für Frauen in den MINT-Bereichen.  

07.09.2021

Netzwerkerinnen unter sich Internationale Bürgermeisterinnenkonferenz Mayoress am 20.9.21

Gerade dort, wo die Demokratie ihre Basis hat, in den Städten und Regionen, fehlen die Frauen in den Führungspositionen. 85 % der Rathäuser in den Ländern der Europäischen Union werden von Männern geführt.

02.09.2021

Gemeinsam gegen Sexismus Die Dialogforen gegen Sexismus gehen in die zweite Runde!

Nach großem Zuspruch der Teilnehmenden zu den Dialogforen gegen Sexismus, findet nun eine zweite Phase des Projektes statt. Diese dient maßgeblich dem Ausbau von Handlungsmöglichkeiten sowie der Schaffung von Synergien und Netzwerkeffekten.