Endlich wieder analog Netzwerktreffen der Helene Weber-Preisträgerinnen am ersten Aprilwochenende

Zum ersten Mal seit 2019 haben sich die Preisträgerinnen des Helene Netzwerkes wieder in Person getroffen. Die seit 2010 regelmäßig stattfindenden Termine dienen der Vernetzung und dem fachlichen und persönlichen Austausch.

Nach zwei Jahren, in denen die meisten Begegnungen der Helene Weber Preisträgerinnen pandemiebedingt nur im digitalen Raum stattfanden, konnten sich die Kommunalpolitikerinnen am ersten Aprilwochenende endlich wieder in Lüneburg versammeln. Organsiert von Ingrid Dziuba-Busch, Preisträgerin aus dem Jahr 2009 und Mitglied des Lüneburger Kreistages, hatte das Vernetzungstreffen einen inhaltlichen Fokus auf kommunalen Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Am ersten Tag besuchten die Kommunalpolitikerinnen die Leuphana Universität Lüneburg, welche besonders ressourcenschonend gebaut wurde und klimaneutral wirtschaftet. Die Preisträgerinnen konnten sich hier mit Prof. Dr. Thomas Schomerus vom Institut für Nachhaltigkeitssteuerung austauschen. Er ging tiefer auf die Besonderheiten des Klimaschutzgesetzes ein und erläuterte, wie die Leuphana Universität mit der Hansestadt Lüneburg das Projekt „Zukunftsstadt 2030 +“ entwickelte.

Eine Führung durch das historische Rathaus Lüneburgs bildete den Abschluss des zweiten Netzwerktages. In dessen Huldigungssaal saßen über Jahrhunderte ausschließlich Männer. An jenem Samstag saßen dort die Helene Weber-Preisträgerinnen und tauschten sich mit städtischen Mitarbeiterinnen über kommunalen Klimaschutz aus. So stellte Dr. Karina Hellmann, Klimaschutzmanagerin der Stadt, den Nachhaltigkeitsbericht und den Klimaschutzplan Hansestadt Lüneburg vor. Wichtige Bausteine des letzteren sind Förderprogramme, Maßnahmen zur Klimaanpassung, die Einrichtung eines Klimaschutzcontrollings und öffentliche Gremienarbeit.

Beendet wurde das Netzwerktreffen am dritten Tag durch eine kommunalpolitische Stadtführung: Beginnend auf dem mitten in der Stadt liegenden Kalkberg blickten die Teilnehmerinnen auf die verschiedenen Stadtviertel Lüneburgs und deren individuelle Besonderheiten. Unterwegs in der Stadt, konnten die Preisträgerinnen die Fahrradstraße sowie verschiedene Pop-Up Stores, die der Innenstadtbelebung dienen sollen, besichtigen. Entlang der Ilmenau konnten sich die Kommunalpolitikerinnen ein Bild der geplanten Umgestaltung des Flusses durch das Wasserschifffahrtsamt machen und sich über die daraus resultierenden Probleme rund um den Wasserstand austauschen. Zum Abschluss beschrieb Susanne Häcker, Helene Weber Preisträgerin 2020 und Mitglied des Kreistages Reutlingen, das Netzwerktreffen, nach zwei Jahren des ausschließlich digitalen Austauschs als „reinen Energiebooster“. Sie führte weiter aus: „Es war mein erstes, aber sicherlich nicht mein letztes Netzwerktreffen! Die EAF Berlin und das Helene Weber-Kolleg bieten das Setting für engagierte Kommunalpolitikerinnen tragfähige Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, um so in einer nach wie vor männerdominierten Politik wertvolle neue Kontakte zu knüpfen - für eine erfolgreiche politische Arbeit mit einer feministischen Perspektive. Angelehnt an die Worte der Roten Zora: 'Frauen bilden Banden!'“

Das Helene Weber Netzwerk ist der bundesweite Zusammenschluss von Kommunalpolitikerinnen, die für ihre Leistung mit dem Helene Weber Preis ausgezeichnet wurden. Wesentliches Kennzeichen des Netzwerks ist die überparteiliche und länderübergreifende Zusammenarbeit. Das Netzwerk fördert die Weiterqualifikation der Mitglieder und den Austausch von fachlichen Informationen. Die Mitglieder unterstützen sich gegenseitig und tauschen sich regelmäßig aus. Dem Austausch dient auch ein jährliches Treffen. Die Preisträgerinnen verstehen sich als Botschafterinnen kommunalpolitisch aktiver Frauen und als Rollenvorbilder für politisch noch nicht aktive Frauen. Das Hauptanliegen ist es, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in der Gesellschaft zu fördern.

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