Bündnis gegen Sexismus

Zielgruppe:
Verbände, Unternehmen, Kommune und Verwaltung, öffentliche Institutionen und NGOs
Partner:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Auftragszeitraum:
2022 – 2025

Sexismus ist in unserer Gesellschaft tief verankert und hat Folgen: Er führt zu Diskriminierung, Chancenungleichheit, und bietet den Nährboden für sexualisierte Belästigung und Gewalt. Im Koalitionsvertrag der 24. Bundesregierung erklären die Koalitionspartner*innen: „Wir wollen ein starkes Bündnis gegen Sexismus“. Der Grundstein wurde 2020/2021 mit dem EAF-Projekt „Dialogforen gegen Sexismus“ und der darauffolgenden Erklärung „Gemeinsam gegen Sexismus und sexuelle Belästigung“ gelegt.

Um strukturelle Veränderung zu bewirken soll das BÜNDNIS GEGEN SEXISMUS weiter wachsen. Wir arbeiten an einem branchenübergreifenden Bündnis, das sich gemeinsam gegen Sexismus positioniert. Bis 2025 soll das Bündnis auf 1000 Organisationen und Institutionen wachsen.

Austausch und Vernetzung: Indem sich die Bündnismitglieder bei regelmäßigen Netzwerktreffen zu diskursrelevanten Themen treffen, entsteht Wissen über konkrete Maßnahmen gegen Sexismus. Dieses Wissen wird durch Publikationen, Social Media und ein Webauftritt in die Gesellschaft hineingetragen Ein weiteres Ziel ist es, das intersektionale Verständnis von Sexismus tiefer in den Diskurs zu verankern. Das heißt konkret: Wir vernetzen zivilgesellschaftliche Organisationen und Fachexpert*innen, die zu Sexismus und sexualisierter Gewalt arbeiten, mit Organisationen, die diese Expertisen und Sichtweisen benötigen. Hierfür organisieren wir eine öffentliche Fachkonferenz mit intersektionalem Fokus. Das Bündnis gegen Sexismus soll nicht nur als Wissensspeicher, sondern auch als Think Tank agieren. Durch eigene Erhebungen in Kooperation mit unseren Bündnismitgliedern erschaffen wir neue Wissens- und Datengrundlagen.

Das Bündnis gegen Sexismus gliedert sich in drei Bereiche:

1 Sexismus in der Arbeitswelt

Sexismus in der Arbeitswelt äußert sich auf vielfältige Weise: sexistische Sprüche und Bemerkungen, sexuelle Belästigung und Übergriffe. Sexismus kann aber auch ungleiche Leistungsbewertung von Männern und Frauen, ungleiche Bezahlung oder fehlende Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bewirken oder begründen. Sexuelle Belästigung als sichtbare Spitze des Eisbergs einer von Sexismus geprägten Arbeitskultur hat gravierende Auswirkungen auf die Betroffenen – schadet aber auch der Organisation als solches.

2 Sexismus im Öffentlichen Raum

Laut den Ergebnissen einer Studie von Prof. Dr. Wippermann sind der öffentliche Raum und öffentliche Verkehrsmittel ein häufiger Ort für Sexismus. Dieser äußert sich in tätlichen und verbalen Übergriffen, aber auch im Vorhandensein sexistischer Werbung auf Plakatwänden oder Fahrzeugen. Die Folgen von Sexismus im Öffentlichen Raum sind ein fehlendes Sicherheitsgefühl und Angst. Das führt unter anderem dazu, dass insbesondere Frauen ihre Bewegungsfreiheit einschränken und Orte wie Haltestellen oder gar die Nutzung des ÖPNV meiden.

3 Sexismus in Kultur und Medien

Sexualisierte Übergriffe im Kulturbetrieb werden seit 2017 unter dem #metoo weltweit skandalisiert und sind Auslöser einer globalen Bewegung, die das Thema sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch ins Bewusstsein der Menschen rückt. Doch Sexismus in Kultur und Medien äußert sich auch auf andere Weise: in der stereotypen und sexistischen Darstellung von Frauen, in der Abwesenheit von Frauen auf Bühnen und Bildschirmen, in Altersdiskriminierung, dem Mangel an weiblichen Führungspersonen in privaten und öffentlich geförderten Institutionen und Unternehmen sowie dem Gender Pay Gap im Kulturbetrieb.

 

Unterstützen Sie das Bündnis gegen Sexismus!

Wer kann dem Bündnis gegen Sexismus beitreten?

Das Bündnis richtet sich an Verbände, Unternehmen, Kommunen und Verwaltungen, NGOs und Wissenseinrichtungen.

Was ist die „Gemeinsame Erklärung gegen Sexismus und sexuelle Belästigung“?

Um Sexismus strukturell und mit Hilfe der Gesellschaft und ihren Institutionen zu bekämpfen, hat die damalige Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht im Oktober 2021 gemeinsam mit  Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien die Erklärung „Gemeinsam gegen Sexismus und sexuelle Belästigung“ unterzeichnet. Die Unterzeichnenden der Erklärung bilden das Bündnis gegen Sexismus. In der Erklärung bekennen sich die Unterzeichnenden Organisationen dazu, sexualisierte Gewalt und Sexismus zu verhindern und zu beenden. Die Gemeinsame Erklärung kann hier nachgelesen werden.

Wie kann ich unterzeichnen und Bündnismitglied werden?

Sie möchten die “Gemeinsame Erklärung gegen Sexismus und sexuelle Belästigung” mit ihrer Institution unterzeichnen? Schreiben Sie eine Mail an: giardinaeaf-berlinde