„Kein einziges Dax-Unternehmen hat seine Zentrale im Osten“ Interview mit Kathrin Mahler Walther

Nur 10,1 Prozent der bundesdeutschen Eliten kommen aus den neuen Bundesländern – obwohl ostdeutsche Menschen knapp 20 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands ausmachen. Aus welchen Gründen Führungspositionen in Deutschland nach wie vor primär von Westdeutschen besetzt sind, erläutert Kathrin Mahler Walther im Gespräch mit dem Magazin „Personalwirtschaft“.

„Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von stereotypen Vorstellungen über die ostdeutsche Bevölkerung bis zu strukturellen Benachteiligungen“, erklärt die EAF-Geschäftsführerin. So ist, seit Auflösung der Kombinate und der Privatisierung der Volkseigenen Betriebe Anfang der 1990er-Jahre, die ostdeutsche Wirtschaft von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt. Alle im Deutschen Aktienindex gelisteten Unternehmen haben ihren Sitz in den alten Bundesländern.

Weiterhin stellt Kathrin Mahler Walther heraus, dass unbewusste Denkmuster, sogenannte Unconscious Bias , dazu führen können, dass Ostdeutsche als weniger leistungsfähig oder kompetent eingeordnet werden.

Alle im Unternehmen und ganz besonders Personalverantwortliche und Führungskräfte, sollten für die Wirkmächtigkeit dieser unbewussten Denkmuster, sensibilisiert und alle Prozesse auf Diskriminierung hin überprüft werden. Das gilt auch für die immer häufiger genutzten Anwendungen Künstlicher Intelligenz. Denn auch diese sind nicht automatisch neutral, sondern setzen unter Umständen bisherige Auswahlmuster fort. Unternehmen müssen alles daransetzen, Unternehmenskulturen zu fördern, in denen Menschen sie selbst sein können, sich mit all ihren Potenzialen einbringen können.

Mehr über die strukturellen Gründe für die fehlende Repräsentation Ostdeutscher erfahren Sie hier. Das Magazin Personalwirtschaft finden Sie im gut sortiertem Zeitschriftenhandel oder können es hier online bestellen.


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