„Ich konnte mithin meine Selbstdisziplin stärken“ Helen Schmitz über ihr Homeoffice-Praktikum in der EAF Berlin

In ihrem spannenden Bericht beschreibt EAF-Praktikantin Helen Schmitz Chancen und Herausforderungen eines Praktikums, das größtenteils im Homeoffice stattfindet.

Sechs Wochen Praktikum in der EAF Berlin liegen nun hinter mir – eine Zeit voller spannender Erfahrungen und Herausforderungen, die ich im Folgenden resümieren möchte.  Als ich mich im Winter 2019 für ein Praktikum bei der EAF Berlin bewarb, hatte ich noch eine ganz andere Vorstellung davon, wie dieses aussehen würde. Doch die Pandemie hat die Arbeitswelt nun einmal fest im Griff. In Zeiten des sozialen Distanzierens fallen Gespräche auf dem Büroflur, gemeinsame Kaffeepausen oder Mittagessen im nahe gelegenen Bistro leider weg. Die vergangenen Wochen haben mir trotz oder vielleicht auch gerade wegen des Remote-Arbeitens einen Einblick in die moderne Arbeitswelt ermöglicht.

Da ich bereits zwei Online-Semester hinter mir hatte, habe ich den Einstieg in das Arbeiten im Homeoffice als keine allzu große Umstellung empfunden. Die erste Woche nutzte ich dazu, meinen Arbeitsalltag zu strukturieren. Für die Arbeit im Homeoffice mussten zunächst die technischen Voraussetzungen geschaffen werden – eine Tätigkeit, bei der ich natürlich unterstützt wurde und dank eines Onboarding-Leitfadens auch stets wusste, an wen ich mich bei Problemen zu wenden hatte. Auch meine Betreuerinnen und Kolleginnen, die bereits ein Jahr Homeoffice-Erfahrungen gesammelt hatten, versorgten mich mit hilfreichen Tipps für strukturiertes und effektives Arbeiten. In Gesprächen mit Kommilitoninnen, welche gleichzeitig mit mir in anderen Organisationen Praktika absolvierten, merkte ich schnell, dass ich mich glücklich schätzen konnte, ein Team und ein Arbeitsumfeld gefunden zu haben, welches darauf bedacht war, mir so viele Einblicke wie möglich geben zu können. Meine Aufgabenbereiche waren sehr vielfältig: ich recherchierte zu Themen wie digitaler Führung, Frauenförderung im öffentlichen Dienst und Diskriminierung im Arbeitskontext, half bei der Auswertung der genderspezifischen Wahlanalyse der Landtags- und Kommunalwahlen und konnte bei mehreren Mentoringseminaren unterstützend mitwirken.

Das Arbeiten mit verschiedenen Tools und Formaten hat hierbei für viel Abwechslung im Homeoffice gesorgt. Neben dem wöchentlichen Jour Fixe und den Morgenbesprechungen, hatte ich einige Zoom-Konferenzen, die mir feste Anhaltspunkte für meinen jeweiligen Arbeitstag gegeben haben. Schnell habe ich gemerkt, dass insbesondere Zeitmanagement eine Herausforderung darstellt. Um so viele Erfahrungen wie nur möglich mitzunehmen, nutzte ich auch den ein oder anderen Samstag, um bestimmten Seminaren beiwohnen zu können. Gerade in Zeiten des digitalen Arbeitens ist es sinnvoll, gezielt ausgiebige Pausen zu machen. Das ewige Auf-den-Bildschirm-gucken lässt die Aufmerksamkeitsspanne doch kürzer ausfallen. Hier konnte ein gelegentlicher Schritt auf den Balkon oder ein Spaziergang Abhilfe schaffen.

Ich bin sehr zufrieden mit den Möglichkeiten, die sich mir durch das Online-Praktikum geboten haben. So konnte ich ohne jegliche Anfahrtswege an verschiedenen Seminaren teilnehmen und mithin meine Selbstdisziplin stärken. Ein kurzer Besuch im Büro hat mir dann aber doch vor Augen geführt, wie schön es gewesen wäre, vor Ort zu arbeiten. Obwohl ich die ein oder andere Kollegin dann erst zur Halbzeit meines Praktikums getroffen habe, fühlte es sich schon sehr vertraut an. Ich bin selbst sehr beeindruckt, was für eine persönliche Atmosphäre bei Videokonferenzen geschaffen werden kann – das ist sicherlich nichts Selbstverständliches, sondern erfordert viel Einfühlvermögen und Kommunikation auf beiden Seites des Bildschirms.

Die sechs Wochen Praktikum gingen um wie im Fluge und keine Sekunde musste ich mich langweilen – genug zu tun gab es immer. Zum Ende meines Praktikums hatte ich noch einmal die Chance, etwas zurückzugeben. In meiner Vorstellungsrunde an Tag zwei erwähnte ich, dass ich mich sehr für Feministische Außenpolitik interessiere. Und zack – zur Begrüßung bekam ich das Buch „sex & world peace“ von Valerie M. Hudson geschenkt. Ich erarbeitete einen Vortrag zur Frage „Feministische Außenpolitik – utopisches Konzept oder realpolitisch umsetzbar?“, den ich im Rahmen des Fokustages (und meinem letzten Arbeitstag) hielt. Die Vorbereitung hierfür war herausfordernd, doch umso mehr hat es mich gefreut, dass meine Interessen beachtet wurden und ich meinen ganz persönlichen Teil beitragen konnte. Zu Beginn meines Praktikums hätte ich es mir sicherlich noch nicht zugetraut, 1 ½ Stunden mit Input zu füllen, aber der rege Austausch mit meinen Kolleginnen und das Feedback machten mir Mut, das Projekt in die Hand zu nehmen.

Rückblickend bin ich um einige Erfahrungen reicher geworden, sei es inhaltlich zu diversitäts- und genderspezifischen Themen oder methodisch zu Themen wie Zeitmanagement und Projektorganisation und bedanke mich für die Möglichkeiten, die mir im Rahmen des Praktikums geboten wurden.

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