Berliner Erklärung 2017 Gemeinsame Forderungen von 17 Frauenverbänden an die Parteien zur Bundestagswahl 2017

Mit einem Katalog von Forderungen wenden sich mehr als 12,5 Millionen Frauen aus 17 Frauenverbänden in der Berliner Erklärung 2017 an die Parteien zur Bundestagswahl. Die EAF Berlin ist Teil des Bündnisses.

 

Einige der Initiatorinnen der Berliner Erklärung 2017 auf den Weg zu den Gesprächen mit den Spitzenpolitiker*innen
Einige der Initiatorinnen der Berliner Erklärung 2017 auf den Weg zu den Gesprächen mit den Spitzenpolitiker*innen

Die Unterzeichnerinnen fordern, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der kommenden Legislaturperiode weitere Schritte in Richtung Gleichstellung unternehmen. Es müssen schnell neue Meilensteine mit klaren Vorgaben definiert und erreicht werden, heißt es in der Erklärung der Verbände. Denn nach 100 Jahren Frauenwahlrecht, 70 Jahren Grundgesetz und 25 Jahren aktivem Gleichstellungsauftrag als Ergänzung des Artikels 3, Abs. 2 Grundgesetz haben Frauen in Deutschland lange genug gewartet und Kompromisse gemacht.

Im Einzelnen fordern die Verbände - darunter die EAF Berlin - eine paritätische Teilhabe nicht nur in den Aufsichtsräten und in den Führungsebenen der Privatwirtschaft, sondern auch in der Politik sowie in den Aufsichts-, Beratungs- und Vergabegremien bei Medien, Kultur, Medizin und Wissenschaft. Um gleiche Bezahlung im Job zu erreichen, ist das neue Gesetz für Entgelttransparenz ein erster Schritt, um geschlechterspezifische Unterschiede bei den Einkommen zu stoppen. Weitere gesetzliche Regelungen und zielführende Maßnahmen wie transparente, umfassende Prüfverfahren zur geschlechterdifferenzierten Entgeltanalyse in allen Betrieben mit Betriebsratspflicht und Abschaffung des Ehegattensplittings in seiner jetzigen Form sind aber notwendig. Außerdem braucht Gleichstellungspolitik Verbindlichkeit, Transparenz und die Kontrolle des Erreichten. Nur dann kann sie gemäß § 2 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien als „durchgängiges Leitprinzip“ erfolgreich sein. 

Forderungskatalog stößt auf überwiegend positives Echo in der Politik

Der Forderungskatalog wurde von den Spitzenvertreterinnen des Bündnisses Berliner Erklärung 2017 am 31. Mai und am 1. Juni 2017 Repräsentant*innen der zur Bundestagswahl antretenden demokratischen Parteien übergeben: Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Martin Schulz (SPD), Katrin Göring-Eckardt (Bündnis90/Die Grünen), Dr. Dietmar Bartsch (Die Linke), Katja Suding (FDP) und Joachim Herrmann (CSU).

Unter den angefragten sieben Parteien hatte einzig die AfD keinen Gesprächspartner benannt; sie kündigte inzwischen an, schriftlich zu den übermittelten Forderungen Stellung nehmen zu wollen.

Insgesamt hochzufrieden mit den Ergebnissen ihrer politischen Gespräche mit Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl, setzt das Bündnis nun auf die konkrete Umsetzung in den Wahlprogrammen.

Die Forderungen im Detail finden Sie hier:
www.berlinererklaerung.de

Initiatorinnen der Berliner Erklärung 2017 im Gespräch mit Spitzenpolitiker*innen
(Fotos: Ralf Rühmeier)

26.06.2017

Mentoring für Frauen in der Kommunalpolitik HWK-Mentoringbörse in Ostwestfalen-Lippe erfolgreich beendet

Im Mentoring-Programm des Helene Weber Kollegs finden politische Einsteigerinnen Unterstützung auf ihrem Weg in die Politik. Knapp 30 Tandems aus Ostwestfalen-Lippe kamen zum Abschluss ihres einjährigen Mentorings nach Berlin und teilten ihre...

15.06.2017

Lebensphasenorientiertes Personalmanagement Caritas Arnsberg-Sundern setzt auf Vitamin L und die EAF Berlin

Die EAF Berlin begleitet den Caritas-Verband Arnsberg-Sundern bei der Entwicklung und Einführung eines lebensphasenorientierten Personalmanagements. EAF-Director Nina Bessing berät den Verband in der Organisationsentwicklung und führt dort gemeinsam...

08.06.2017

Frauen in der Kommunalpolitik Helene Weber Kolleg als Beispiel guter Praxis in britischer Studie vorgestellt

Das britische Forschungsinstitut IPPR untersucht in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung die Unterrepräsentanz von Frauen in der Politik in Großbritannien und in Deutschland. EAF-Director Uta Kletzing hat die Studie als Expertin begleitet.

30.05.2017

Berliner Erklärung 2017 Gemeinsame Forderungen von 17 Frauenverbänden an die Parteien zur Bundestagswahl 2017

Mit einem Katalog von Forderungen wenden sich mehr als 12,5 Millionen Frauen aus 17 Frauenverbänden in der Berliner Erklärung 2017 an die Parteien zur Bundestagswahl. Die EAF Berlin ist Teil des Bündnisses.

 

29.05.2017

Kirchentag 2017 Dr. Helga Lukoschat moderiert Podium zu Geschlechterbildern

Die Kölner Silvesternacht hat sich ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben. Die Gewalt gegen Frauen war schockierend. Köln wurde zur Chiffre und hat gesellschaftliche Debatten ausgelöst. Darüber sprach EAF-Vorsitzende Dr. Helga Lukoschat beim...

23.05.2017

Mehr Frauen in die Parlamente Bundesforum „MACHT zu gleichen TEILEN“ fordert Parität in der Politik

Rund 100 Politiker*innen und Expert*innen aus Bund, Ländern und Kommunen sowie die Vertreterinnen der Quoten-Initiativen aus Wirtschaft, Medien, Medizin, Kunst und Kultur diskutierten am 17. Mai beim Bundesforum „MACHT zu gleichen TEILEN – Demokratie...