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Aktuelle EAF-Studie über Kommunalpolitikerinnen

„Man hat hier im Prinzip alle Dinge des Lebens irgendwann einmal auf dem Tisch.“ Die das sagt, weiß wovon sie spricht. Sie ist Teilnehmerin der Studie „Engagiert vor Ort – Wege und Erfahrungen von Kommunalpolitikerinnen“, die kürzlich erschienen ist.

Über 1.000 Kommunalpolitikerinnen aus mehr als 500 repräsentativ ausgewählten Städten und Gemeinden haben in der Studie der EAF | Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft, die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wurde, berichtet, wie sie Kommunalpolitikerinnen geworden sind und welche Erfahrungen sie als diese gemacht haben.

Frauen haben in der Kommunalpolitik einen gewissen Seltenheitswert. Sind sie für die „Dinge des Lebens“ zwar gleichermaßen qualifiziert wie Männer, so sind sie in der Kommunalpolitik jedoch deutlich unterrepräsentiert: Durchschnittlich ein Viertel der kommunalen Parlamentssitze werden aktuell von Frauen besetzt; gerade in kleineren Kommunen gibt es immer noch "frauenfreie Räte". An den Spitzen von Landkreisen, Städten und Gemeinden finden sich etwa 10 Prozent Landrätinnen und 5 Prozent (Ober-)Bürgermeisterinnen. Zudem stagnieren die Frauenanteile in der Kommunalpolitik seit den 90er Jahren.

Wer sind sie, diese Frauen in Deutschlands Stadt-, Gemeinde- und Kreisräten, in den Chefsesseln von Rathäusern und Landratsämtern? Welche Einstiegs- und Aufstiegswege sind sie gegangen? Welche Erfahrungen machen die ehrenamtlich engagierten, welche die hauptamtlich tätigen Kommunalpolitikerinnen? Warum sind es immer noch so wenige Frauen in der Kommunalpolitik. Und vor allem: Was muss passieren, damit es mehr werden? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der quantitativ und qualitativ angelegten Studie von Uta Kletzing und Dr. Helga Lukoschat.

„Engagiert vor Ort – Wege und Erfahrungen von Kommunalpolitikerinnen“ ist die bisher umfangreichste Untersuchung über Deutschlands Kommunalpolitikerinnen. Sie liefert zum einen aktuelle empirische Daten zum soziodemographischen Hintergrund und zu Ein- und Aufstiegswegen von Kommunalpolitikerinnen. Auf dieser Grundlage haben die Autorinnen zum anderen Handlungsempfehlungen für Parteien, zivilgesellschaftliche Organisationen und kommunale Akteur/innen abgeleitet, die die Debatte neu beleben und aufzeigen sollen, wie der Frauenanteil in der Kommunalpolitik nachhaltig erhöht werden kann.

Die Studie steht im pdf-Format und als kostenlose Broschüre auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Verfügung.